Zwischenbericht (6 Monate)

Instituto de eduacación especial Ambato – Ambato
Zwischenbericht
Projekt
„Es ist unfassbar wie schnell die Zeit vergeht. Wie schnell sie an einem vorbeizieht, ohne dass man es überhaupt richtig bemerkt. Wie schnell sich so unglaublich vieles in so kurzer Zeit verändern kann (…)“ (Autor unbekannt).
Mein erstes in Projekt Quito habe ich mittlerweile beendet.
 In Quito habe ich mit den anderen Freiwilligen in einer Wohngemeinschaft gelebt, jetzt in Ambato lebe ich bei einer Familie, was schon eine Umstellung ist. Über die Vor und Nachteile berichte ich weiter unten.
In meinem neuen Projekt arbeite ich mit Kindern mit körperlicher und geistiger Behinderung.
Die ersten zwei Monate habe ich in den verschiedenen Klassen geholfen, um ein Gespür für den Umgang für Kinder mit Behinderung zu kriegen und mir klar werden zu können, was genau ich machen möchte. Das hat mir auch sehr geholfen, da so gut wie alle meine Arbeitskollegen mir viel zeigen und über die Hintergründe der Kinder erzählen konnten.  Der Zusammenhalt und die Unterstützung der anderen Freiwilligen hat mir geholfen, mich schnell einzufinden.
Wenn eine Lehrperson krank oder verhindert ist, dann helfe ich auch in den Klassen, wo dann Arbeiten wie Windelwechseln oder Kinder zur Toilette begleiten, Kindern beim Umziehen helfen, mit den Kindern spielen, Zahlen und Buchstaben üben oder beim Mittagessen helfen, anstehen. Außerdem lernt man die Kinder viel besser kennen, wenn man für einen längeren Zeitraum in einer Klasse hilft.
Unsere Direktorin ist eine  freundliche Person und ich weiß es sehr zu schätzen, dass sie uns die Möglichkeiten gibt unsere Ideen einzubringen und umzusetzen. Wenn man ihr konkrete Vorschläge unterbreitet, ist Sie sehr aufgeschlossen. So durfte ich mir meinen Stundenplan selber zusammenstellen und leite nun ein Tanzprojekt, darf in der Wassertherapie helfen und bereite momentan mit einer anderen Freiwilligen, sowie den Kindern, ein Theaterstück vor.
So langsam fühle ich mich hier wirklich aufgenommen. Mittlerweile werde ich auch schon von vielen Kindern fröhlich begrüßt und von manchen Lehrpersonen herzlich zur Begrüßung umarmt. Und in den Momenten, wenn ich mit den Kindern gemeinsam lache, habe ich das Gefühl etwas zum Projekt beitragen zu können, aber auch, dass mir die Kinder eine Menge beibringen und einem so viel zurückgeben. Allerdings ist es noch immer schwierig für mich, wenn ich alleine die Aufsicht für eine Klasse habe, da die Kinder mehr auf ihre Klassenlehrer/innen hören. Desweiteren hoffe ich, eine schöne Theateraufführung mit den Kindern auf die Beine zu stellen. Im Bereich der Wassertherapie möchte ich Wissen ansammeln, um am Ende der sechs Monate die Übungen größtenteils alleine mit den Schülern machen zu können.

Ich, während ich mit den Kindern ein wenig tanze.

Gastfamilie und Freunde
Ebenso wie mein Arbeitsplatz hat sich auch meine Gastsituation geändert. Vorher habe ich in einer WG gewohnt und nun lebe ich mit einer Gastfamilie zusammen. Es ist anders, als ich es mir vorgestellt habe, und anfangs habe ich mich ein wenig einsam gefühlt. Ich hatte nicht mehr ständig meine Freunde um mich herum und anfangs nach der Arbeit auch nicht wirklich etwas zu tun. Doch dann habe ich angefangen mich regelmäßig mit den anderen beiden Freiwilligen aus meinem Projekt zu treffen. Zusammen haben  wir einen Salsa Kurs besucht und sind abends in Ambato ausgegangen.
Hier haben wir sehr schnell Kontakt zu den Ecuadorianern aufbauen können. Jedoch kommen mir die Freundschaften zu den Ecuadorianern (zumindest im Moment noch) relativ oberflächlich vor und besonders zu Männern ist es schwierig eine reine Freundschaft aufzubauen, da die meisten dann doch mehr von einem wollen. Allerddings sind die Busfahrten hier selten langweilig, da man sehr schnell mit seinem Sitznachbar ins Gespräch kommt.
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Ari und ich.

Wahrnehmung meines Gastlandes

Was mir am meisten aufgefallen ist, dass hier auf Ausländer deutlich positiver reagiert wird als in anderen Ländern. Besonders in Deutschland ist die Stimmung in diesem Zusammenhang zur Zeit leider anders. Erstaunt war ich allerdings darüber ,dass Ecuadorianer mich vor anderen Ecuadorianern warnen, da man als Ausländerin gerne einmal über den Tisch gezogen wird.

Was jedoch auffällig ist, dass viele schlecht über die Indiginas sprechen. Ich selbst konnte mir über sie noch kein Urteil bilden, da ich noch nicht mit Vielen geredet habe und noch nicht Vielen begegnet bin.

Hier scheint noch stärker eineRollenverteilung vorzuliegen und die Frauen sind hier oft das schwächere Geschlecht, es gibt Hochzeiten in recht jungem Alter und Scheidungen sind hier deutlich seltener.
Das Vorurteil, dass es hier nur Reis und Bohnen gibt, ist definitiv falsch. Zumindest in meiner Gastfamilie gibt es sehr vielfältiges Essen. Auch in den Geschäften kann man viele verschiedene und auch importierte Produkte kaufen.
 Auch habe ich das Gefühl, dass hier mehr mit anderen geteilt wird (zum Beispiel Getränke), als in Deutschland und das in dem anfänglichen Chaos der ganzen Busse ein System steckt. Ebenfalls habe ich mit sehr viel mehr Armut und Bettlern auf der Straße gerechnet.
Zu der Wahrnehmung der Landschaft kann ich nur sagen, dass mich Ecuador immer wieder aufs Neue fasziniert und ich gar nicht weiß, ob ich es noch schaffen werde, alles zu sehen, was ich sehen möchte.
“Tourists don’t know where they’ve been, travelers don’t know where they’re going.” – Paul Theroux

4 Kommentare zu „Zwischenbericht (6 Monate)“

  1. Hi Isa dein Bericht macht neugierig auf mehr. Ich hoffe wir können einen kleinen Einblick in dein Projekt bekommen. Bin schon in Beim packen und freue mich auf die Reise. Toll wie du das machst. LG Simone

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