Español para principantes

Momentan gibt es leider Probleme mit meinem Spanischkurs, da es schwierig ist einen Termin zu finden, an dem die Lehrerin und wir können, da wir diese Woche noch CMT Programm haben und unsere Arbeitskollegen kennenlernen. Nächste Woche geht es dann los mit dem Unterrichten. Der Direktor ist momentan noch im Urlaub, weshalb mir persönlich noch alles chaotisch erscheint, weil ich noch nicht weiß, in welchen Räumen ich unterrichte und woran ich meine Schüler erkenne, wenn ich sie vom Schulhof abhole. Aber das wird sich vielleicht noch im Laufe der Woche zeigen und spätestens nächste Woche werde ich es wissen.

Deshalb versuche ich jetzt aber selbst meine Spanischkenntnisse aufzufrischen und für die, welche ebenfalls Spanisch lernen wollen, fange ich hier langsam an, denn zusammen lernen macht mehr Spaß!

¡Vámanos!

Das Allerwichtigste (La cosa más importante):

Guten Tag! – Buenos dias.

Hallo!- Hola!

Wie geht´s?- ¿Qué tal? (Achtung, uns wurde gesagt, dass wir Europäer wohl gerne ausführlich auf diese Frage antworten. Erwartet wird aber nur ein „Gut, danke“)

Danke, gut. – Bien, gracias.

Ich heiße- Me llamo. (ll wird wie j ausgesprochen)

Auf wiedersehen- Adiós

Morgen-mañana

Nachmittag-tarde

Abend-tarde

Nacht-noche

morgen-mañana

heute-hoy

gestern-ayer

Sprechen Sie Deutsch/ Englisch- ¿Habla usted alemán/ inglés? (Usted ist immer höfflich, bei Personen über 60 ist es üblich diese Form zu verwenden)

Wie bitte?- ¿Cómo?

Ich kann Sie nicht verstehen-No le entiendo.

Wiederholen Sie bitte- Por favor, repítalo.

Ich spreche leider kein Spanisch- Lo siento no hablo español.

Entschuldigen Sie bitte,…-Disculpe,…

Ich hätte gern…-Querría…

Haben Sie…?- ¿Tiene…?

Danke- Gracias.

Keine Ursache- De nada.

Bitte sehr!- Aqui tiene.

Was/Wer/Welcher- qué/ quién/cuál

Wo/ wohin-dónde/adónde

Wie/Wie viel/wann-cómo/cuánto/cuándo

Wie lange-cuánto tiempo

Warum?- ¿Por qué? (Es gibt noch porque, das heißt „weil“

Wann ist das Museum/die Kirche/die Ausstellung geöffnet?-¿Cuándo está abierto el museo/ abierta la ingelsia/ la exposición?

geschlossen-cerrado

Wo ist die Toilette?- Por favor, ¿dónde está el baño?

Haben Sie noch ein Zimmer frei?-¿Teine una habitación libre?

Lassen Sie mich in Ruhe!- Déjeme en paz!

Verpiss dich-Píese! (Wird in Kolumbien genutzt, aber bitte nur verwenden, wenn es wirklich nötig ist!)

Ich habe mich verlaufen-Me he perdido.

Wie komme ich zum Bahnhof? – Por favor ¿para ir al la estación?

Hilfe!- socorro

Bitte helfen Sie mir! -Por favor, ayúdeme!

Ich rufe gleich die Polizei-Voy a lammar a la policia!

An dieser Stelle ein wenig Grammatik:

Wir wenden uns dem Futuro Próximo zu:

Verwendung: Im gesprochenem Spanisch anstelle des Futuro simple.

Bildung: Wir konjugieren das Verb ir im Presente und verwenden das eigentliche Verb im Infinitiv.

Yo                                   voy

Tú                                   vas                      hablar  (sprechen)

El/Ella/Usted               va            a          aprender (lernen)

Nosotros/ Nosotras   vamos                 vivir (leben)

Vosotros/ Vosotras     vais

Ellos/Ellas/Ustedes    van

 

Ich werde hier immer wieder neue Sachen hinzufügen. Bis bald.

 

 

 

Mindo – Nebelwald

Letztes Wochenende habe ich meinen ersten Ausflug unternommen. Zusammen mit drei weiteren Mädchen von ICJA und eine Mitbewohnerin von zwei der Mädchen, sowie einem amerikanischen Jungen, den diese kennengelernt hat, trafen wir uns in Ofelia, einer Busstation direkt in der Nähe. Ich war erst etwas nevös, weil ich die Reisebusse nicht direkt fand. Als ich auf die anderen traf und wir die Tickets kauften, war ich sehr überrascht, wie günstig diese sind. Man zahlt $ 3,10 für eine zweistündige Fahrt runter in den Nebelwald, der mit 1.250 Metern deutlich tiefer gelegen ist als Quito mit einer Höhenlage von 2.800 Meter. Da unter einer Höhe von 1600 Metern die Mückengefahr größer ist, haben wir uns mit OFF eingesprüht, einem sehr wirksamen Mückenspray.

Die Hinfahrt kam mir erheblich schneller vor, was vielleicht daran liegen mag, dass ich total fasziniert von der Landschaft war. Dies war Ecuador so, wie ich mir es vorgestellt hab. Als wir aus dem Bus ausstiegen redete ein Mann in sehr schnellem Spanisch auf ihn ein und ich musste mich sehr anstrengen, um ihn zu vertehen, war aber sehr froh, als es mir gelang. Er leitete ein Reisebüro und wollte uns verschiedene Reisen zeigen.

Da die anderen drei jedoch die Nacht über bleiben konnten (Ich hatte am nächstem Tag ein Projekt von CMT) suchten wir jedoch zunächst ihr Hostel. Ihre Mitbewohnerin und der amerikanische Junge hatten einen Bus eher genommen und waren schon dabei, Mindo zu erkunden. Sie würden jedoch später mit mir zurückfahren, wodurch ich mich etwas sicherer fühlte, denn nachts möchte ich in keine fremden Stadt allein unterwegs sein.

Das Zimmer stellte sich als super gemütlich raus. (Fall jemand also ein gutes Hostel sucht, der Name war casa de ceccilia) Es gab ein Ehebett und ein Einzelbett, ein Badezimmer, sowie eine Terasse mit Hängematte. Nicht zu vergessen der wunderschöne Ausblick. Außerdem kann man seine Wertsachen an der Rezeption abgeben. Nach eiigem Überlegen entschlossen wir uns dazu canoying, auch bekannt unter Zip-lining zu machen. Wir suchten nach dem günstigstem Angebot und fanden den Bruder des LEiters, der uns die Tour für §15 pro Person anbot. Auf der Ladefläche eines Trucks wurden wir dann zum Startpunkt gebracht. Dort bekamen wir die nötige Ausrüstung und es war sogar möglich die Kamera mitzunehmen. Erst später stellte sich raus, dass es die Möglichkeit gibt, auf dem Kopf zu fahren und die Kamera dabei sehr hinderlich ist, bzw die Gefahr besteht sie zu verlieren. Eine der anderen Freiwilligen hat meine Kamera dann für die Zeit an sich genommen. Die Aussicht war super und es war ein tolles Gefühl über den Bäumen zu sein. Das Personal war sehr freundlich, wenn auch etwas flirtig. Wenige von ihnen schienen allerdings von der Touristengruppe genervt zu sein. Die anderen Freiwilligen haben noch einige Fotos, deshalb werd ich erst einmal eine Auswahl meiner Bilder hochladen. Videos sind bei meiner WordPress Variante leider nicht möglich.

Im Anschluss an das Erlebnis aßen wir noch ein Stück Kuchen in einem kleinen Café. Es war sehr gemütlich und man hatte erneut einen super Blick, doch die Besitzerin war ziemlich unfreundlich zu uns. Dann war es für mich auch schon wieder Zeit zu gehen und ich traf die anderen an der Bushaltestelle und fuhr mit ihnen zurück. Im Bus schlief ich leider mit der Tasche zwischen meinen Füßen ein und als ich aufwachte, war sie weg. Ich bekam einen leichten Panikanfall und schaute mich überall um. Ana hatte jedoch selbst geschlafen und nichts mitbekommen und Tom hatte aus dem Fenster geschaut. Als wir uns aber umschauten, entdeckte ich meine Tasche in den Händen des Mannes hinter mir, der fleißig darin herumwühlte. Als er bemerkte, dass ich ihn ertappt hatte, gab er mir die Tasche zurück. Bis jetzt ist mir nichts aufgafallen, was fehlt, aber meine KAmera war zum Glück gut verstaut und mein Geld hatte ich in meiner Bauchtasche.

Von der Bushaltestelle nahmen wir uns zusammen ein Taxi, auch wenn es zu Fuß nicht weit war, denn jeder musste zu einer anderen Stelle. WIr standen jedoch lange im Stau, da an diesem Tag ein Fußballspiel stattgefunden hatte und die Straße voll war mit Polizisten, Fans und Autos. Fußballspiele werden hier von den Fans sehr Ernst genommen und es kann auch mal zu Prügeleien und durch die Luft fliegenden Flaschen kommen.

Ich werde definitiv noch einmal nach Mindo fahren, da es dort unheimlich schön ist.

Liebe Grüße, eure Isa

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Teacher Training Tag 2

Hola! Wir haben seit gestern einen Workshop „How to teach classes“, indem wir lernen, wie man unterrichtet. Die Stunde begann mit einem Zitat: A hundred years from now it will no matter what my bank account was, the sort of house I lived in, or the kind of clothes I wore, but the world will be much diffrent, because I was important in the life of a child-auther unknown.

Dieses Zitat hat mir wirklich gut gefallen. Am Ende haben wir dann jedoch einen Text bekommen, den unser Lehrer sehr gut fand und auch die Geschehnisse in dem Text gutgeheißen hat. Ich selber war mir dort nicht so sicher. Er wurde von einem Mädchen geschrieben, das in dem selben Projekt war, in dem ich jetzt bin. CMT oder auch WBC genannt. Sie schreibt, dass sie den zwölfstündigen Arbeitstag anfangs als Umstellung und Anpassungssache gesehen hat und erschöpft die Tage und Stunden bis zum Wochenende gezählt hat.

Dann erzählt sie im nächtem Abschnitt, wie sie mit ihrer Mädchengruppe Armbänder gebastelt hat. In diesem Moment kam ein Mädchen zu ihr und fragte:

„Do you want to go with us? Our teacher Elisabeth thought you had other plans but can you come? I Know you have your own life but…“ …“You are my life now.“

(Willst du mit uns kommen? Unsere Lehrerin Elisabeth dachte, dass du andere Pläne hast, aber kannst du kommen? Ich weiß, du hast dein eigenes Leben, aber…“ …“Ihr seid jetzt mein Leben.“

Danach schrieb sie, dass sie jede freie Minute mit den Kindern und den Mingas (Eine Art Organisation, die z.B. hilft Häuser aufzubauen) verbracht hat. Nun frage ich mich aber, ob es so gut ist, dass die Kinder ihr Leben geworden sind. Auf jeden Fall sollte man sich kümmern und den Kindern auch bei außerschulischen PRoblemen helfen oder an entsprechende Fachleute weiterleiten, aber ich habe es bis jetzt für gut gehalten eine gewisse Distanz zu halten, da es ja trotzdem der Arbeitsplatz ist und man ein Leben außerhalb der Arbeit führen sollte. Lasst mich wissen, wie ihr dazu steht und schreibt es in die Kommentare. 🙂 Oder wie ihr Arbeit mit Kindern und Freizeit trennen würdet oder ob ihr findet, dass es zum Beispiel einen fließenden Übergang geben sollte.

Wir haben zusammengetragen, was einen guten Lehrer für uns ausmacht. Das wären in Groben eine stabile Persönlichkeit, pädagogische Fähigkeiten und ausreichend Fachwissen. Die Lehrkraft sollte ihr Fach lieben, junge Leute mögen, ohne eine Freundschaft mit ihnen zu führen, fair sein, den Kindern Halt sowie Orientierung bieten und Werte und Orientierung geben. Dabei soll es nicht darum gehen, dass die Lehrkraft immer immer beliebt ist, sie muss es auch aushalten können, sich mal unbeliebt zu machen. Zudem sollte sie flexibel und belastbar sein, um in neue Situationen angemessen reagieren zu können.

Desweiteren ging es darum, wie man eine Unterrichtstunde handhabt. „Effective teachers MANAGE zheir classrooms. Ineffective teachers DISCIPLINE their classrooms.“ (Effektive Lehrer managen ihren Unterricht/ ihre Klassenräume. Ineffektive Lehrer disziplinieren ihren Unterricht.) Es ist ratsam eine Routine in den Unterricht hineinzubringen und die Schulregeln zu befolgen, sowie eigene Regeln für den Klassenraum gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten. Die Schulregeln sind, dass die Schüler von der Mensa (Cotocollao, hier wohne ich) oder von Schulhof (San Marin, hier ist das andere Center, ca. 45 min mit dem Bus von unserem Wohnheim entfernt). Alle müssen in einer geordneten Reihe laufen und die Hände bei sich behalten. Dann, wie eigentlich immer, kein Kaugummi während des Unterrichts. Die Schüler sollen Respekt haben vor Autoritätspersonen haben und jedem sollte bewusst sein, wann die richtige Zeit für Lob und öffentliche Streicheleinheiten ist. (Ich denke, dass damit Lob und Anerkennung bzw. Zärtlichkeiten unter Schülern gemeint sind.) Zudem ist es nicht erlaubt, während der Unterrichtszeit auf Toilette zu gehen (Von dieser Regel halte ich nicht viel. Natürlich sollten die Kinder lernen, dass nicht all ihre Bedürfnisse sofort befriedigt werden können, trotzdem sehe ich dies als ein Recht der Kinder). Die letzte regel war Remember Limits of Love. Es gibt zwei verschiedene Arten von der Grenze der Liebe. (Zumindest habe ich das im Internet gefunden und da wie hier täglich beten und uns gesagt wird, dass alles im Sinne Gottes geschieht, sehe ich diese Antworten durchaus so, dass sie das Folgende bedeuten sollen). Nummer eins ist es, sich dazu zu entscheiden, anderen zu helfen, aber dass man es nicht immer nur für den anderen tut, sondern auch für sich und dass man viele andere Wege nicht geht. Man muss dafür bestimmte Kompetenten mitbringen und nicht jeder ist mit diesen von Natur aus ausgestattet. Die zweite Art ist, dass Gotts Geduld und Gnade nicht für immer andauern wird und die Gebete für den Feind nachlassen.

Aber genug davon. Es hilft, den Kindern jeden Morgen ein Kompliment zu machen, wenn sie in den Klassenraum kommen und sie auch während des Unterrichts mit Lob zu motivieren.Wenn man positives und gewünschtes Verhalten lobt, dann ist es wahrscheinlicher, dass der Lernende dieses Verhalten auch in der Zukunft zeigen wird. Auch sollen pünktliche Hausaufgaben mit guten Noten oder Stickern belohnt werden. Wenn ein Kind gerne am Computer ist, dann kann man dies auch als Lob einsetzen. Damit die Kindern sich waschen gehen, sollen wir sie mit etwas anspornen, dass sie mögen. Auch kann man die Kinder fragen, woran sie gerne arbeiten möchten und man bekommt raus, womit man sie belohnen kann. Einfache Belohnungen sind aber auch ein Lächeln, Komplimente oder ein Anruf bei den Eltern, bei dem man den Eltern erzählt, was für Fortschritte das KInd macht. Bei schlechtem Verhalten sollte man jedoch eher mit dem Direktor sprechen, wenn man das Verhalten nach mehreren Versuchen nicht ändern kann, denn wenn man den Eltern Bescheid gibt, besteht die Gefahr, dass diese dem Schüler/ der Schülerin mit Gewalt begegnen.

Das war es ersteinmal für heute, ich bin gespannt, was ich morgen und in der nächsten Woche noch lernen werde. Morgen bekommen wir unseren Stundenplan, wobei es ein allgemeiner Plan ist, der nicht auf uns zugeschnitten wird. Ich würde gerne Englisch und Kunst unterrichten. Samstag besuche ich mit anderen Freiwilligen Mingo, einen Nebelwald. Eigentlich sollten man hierfür eher zwei Tage einpalnen, aber im Gegensatz zu den anderen kann ich dort nicht schlafen, da Sonntag Minga auf unserem Programm steht. Ich bin gespannt.

Meine Mama hat mir heute auch bewusst gemacht, dass man das Leben in vollenZügen genießen sollte und jeden Tag, den man hat.

AMA LA VIDA!!! – The crisis of today is the joke of tomorrow!

 

 

Flug & gesammelte Erfahrungen der ersten Woche in Quito

Ich muss zugeben, dass ich gestern sehr deprimiert klang, als ich angefangen habe, meinen Blogeintrag zu schreiben, also fange ich heute nochmal von vorne an.

Mein ganzes Abenteuer begann in Düsseldorf am Flughafen. Mama, Papa, Jenni, Tim, Anni, Laura und Simone, vielen Dank, dass ihr mich begleitet habt, auch wenn es mir sehr schwer fiel, mich von euch zu verabreden. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns nach dem Auslandsjahr noch immer gut verstehen werden.

Meine Schwester hat mich zum Glück dazu gedrängt, online einzuchecken. Zum Glück sage ich, weil unser Flug überbucht war. Zwei Personen mit denen ich fliegen sollte, hatten nämlich nur ein Standbye Ticket nach Frankfurt und waren schon sehr verzweifelt und mit der Angst gefüllt, erst einmal nicht nach Panama City und letzenlich Quito zu kommen, denn das war die geplante Route. In Düsseldorf am Flughafen war ich nach dem Check In allein und als sich eine Flugbegleiterin neben mich setzte, brach ich zunächst in Tränen aus. Ich konnte es nicht fassen, dass der Tag gekommen war, an dem ich Deutschland, meine wunderbare Familie, meinen einmaligen Freund und meine Freunde verlassen musste. Klar, ich hatte mich gefreut, aber jetzt wurde es real und man wusste nicht, wo man jetzt hinkommt und wie es sein würde. Nur eins war klar. Es würde anders sein. Die Flugbegleiterin war super freundlich und erzählte mir auch Sachen aus ihrem Leben und ihrer Zeit als Flugbegleiterin und dass sie es schweirig findet, so selten Zuhause zu sein. Das Gespräch half mich zu beruhigen und dann kamen auch welche von den anderen Freiwilligen. Als wir dann in Frankfurt ankamen, war ich überrascht wie leicht man sich zurecht findet. Aber nachdem wir uns eine halbe Stunde entspannen konnten, erreichte mich die Nachricht, dass alle von dem Gruppenticket umgebucht wurden und nun zwei Stunden später fliegen würden. Ich war vielleicht gernervt, aber wir sechs mussten auf Grund des Gruppentickets zusammen in einem Flieger bleiben. Folglich hieß das aber auch, dass wir unseren Anschlussflug nach Quito verpassen würden, zudem wir nun von Panama City auf Bogota, Kolumbien, umgebucht worden waren. Als später die Durchsage kam, dass auch dieser Flug überbucht war und nun Freiwillige gesucht werden, die nach Erhalt einer besonderen Prämie freiwillig auf den Flug verzichten und erst am nächstem Tag weiterfliegen wollen, habe ich einen MOment lang die Fluggesellschaft verflucht. Zum Glück waren unsere Tickets jetzt sicher und wir würden nicht noch einmal tauschen.

In Bogota durchliefen wir eine weitere Sicherheitskontrolle, wobei ich sagen muss, dass ich die Kontrollen relativ harmlos finde, da manche auch ihre vollen Wasserflaschen mitnehmen konnten oder Scheren und Messer im Handgepäck hatten. Dann kümmerten wir uns um unseren Weiterflug und kamen sogar in die Businessclass. Es ist sehr auffällig, wie anders der Service dort ist und sehr angenehm so viel Beifreiheit zu haben. Nach einem zwölfstündigem Flug in einem engem Flugzeug, beziehungsweise wenig Bein – und Bewegungsfreiheit ein Genuss. Auch wurde uns das Essen auf Tellern serviert und wir bekamen Gläser.

Als ich schließlich bei der Passkontrolle in Quito stand, erlebte ich mein erstes Erdbeben. Später erfuhren wir, dass es die Stärke 4,6 hatte. Die Lichter flackerten, bis sie ganz ausgingen und die Ladenbesitzer stürmten zu ihren Türen, um sie zu schließen. Ich und eine andere Freiwillige schauten uns erschrocken an und wussten gar nicht, was passierte. Zunächst fragten wir uns, ob uns der lange Flug wohl nicht so gut bekommen war.

Draußen wurden wir von einem älterem Mann in Empfang genommen, der ein Schild mit unseren Namen hochhielt. Als alle da waren gingen wir nach draußen und fragten uns, wie wir unser Gepäck in die Wagen kriegen sollten. Die Antwort war, dass wir sie ungesihert aufs Dach legten. Es blieb aber alles heil. Ich hatte große Probleme den Taxifahrer zu verstehen und ihm ging es wohl ähnlich. Als wir im Camp angekommen waren, bekamen wir ein Fünferzimmer. Die Matratzen waren sehr weich und die Kissen recht klein. Im Gegensatz zu uns wird auch mit Fließdecken geschlafen. Die Anderen schienen sofort einzuschlafen, aber ich blieb wach und starrte aus dem Fenster. In diesem Land werde ich jetzt ein Jahr lang leben, ging es mir die ganze Zeit durch den Kopf. Und ich listete alle Personen auf, die ich vermissen würde, bis ich anfing zu weinen. Ich hoffe, dass so etwas mit der Zeit besser wird.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück auf nach Quito, um uns beim Konsulat zu registrieren. Als wir unsere Reisepässe dann dort lassen mussten, hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Nächste Woche werden wir sie abholen.

Auf dem Rückweg war ich doch etwas erstaunt, dass es KFC, Subway und McDonalds hier gibt, aber eigentlich war das ja zu erwarten, dass diese großen Ketten zumindest in einer Hauptstadt vertreten sind.

Dann ging es zurück und den Rest des Tages hatten wir frei. Hier in Quito ist es morgens wie im Frühling, mittags wie im Hochsommer und zum Abend hin kühlt es schlagartig ab, sodass man wirklich einen warmen Pulli und eine warme Jacke braucht, um nicht an Kälte zu leiden.

Sprachmäßig lief das Camp auf Englisch ab und noch habe ich die Befürchtung, niemals Spanisch zu können. Aber bis jetzt hat es jeder gelernt. Gestern Abend (Freitag 12.08.2016) sind fast alle von ihren Gastfamilien abgeholt wurden und ich waar ein wenig traurig, da sie alle so lieb und fürsorglich schienen. Eine WG ist zwar auch eine schöne Sache, aber das hier ist ja eher ein Wohnheim, also noch etwas anderes und mein Wunsch war es, in eine Gastfamilie zu kommen. Allerdings scheint die Hausbesitzerin sehr freundlich zu sein, zumindest wurden wir mit einer Umarmung und einem Küsschen begrüßt. Allerdings ist dies hier in Ecuador auch üblich.

Wir bekamen eine Hausführung und unsere vorübergehenden Zimmer geziegt. Ich freue mich, wenn ich in mein endgültiges Zimmer komme und es dekorieren kann.

Meine momentan Sorge ist besonders das Busfahren, denn es gibt keine Fahrpläne, sondern nur Busse die in den Norden fahren und welche, die in den Süden fahren. Zum Aussteigen sagt man „Gracias“. Das Busfahren hier ist sehr günstig, man zahlt nur 25 Cent, dafür ist aber auch die Gefahr größer überfallen zu werden. Unsere Rucksäcke sollen wir immer auf der Brust tragen, damit niemand einfach ein Loch reinschneidet. Auch sind manche Strecken wegen Erdrutschen und besonders bei Nacht gefährlich. Eine unserer Grundregeln ist, dass wir niemals alleine reisen sollen. Auch bei den Taxifahrern soll man aufpassen und sich am besten von einem Taxifahrer seines Vertrauens die Nummer geben lassen,  denn hier gibt es Expressentführungen. Steigt man zweischen 9 und 12 ins Taxi, kann es sein, dass man bis 12 Uhr festgehalten und zu einem Geldautomaten gebracht wird, damit man für beide Tage Geld abheben kann. Ich werde vermeiden, mit zu viel Geld und besonders meiner Creditkarte unterwegs zu sein. Auch wichtige Dokumente sollte man nur als  Kopie mitführen. Wenn ein Reisepass geestohlen wird, wird uns aber die deutsche Botschaft helfen.

Auch ist es wichtig, dass wir uns immer abmelden und sagen, wo wir sind. Bei dem schweren Erdbeben gab es nämlich den Fall, dass sechs Freiwillige über das Wochenende an die Küste gefahren sind und niemand wusste wo sie waren. Ihnen geht es zwar gut, aber damals gab es große Aufregung.

Was noch zu erwarten war ist, dass man hier auffällt. Der Durchschnitt hier ist 1,60 groß. In meinem Reiseführer stand, dass dies an einem Eiweißmangel liegen kann, da die Nahrung hier sehr kohlenhydrathaltig ist. Ein Teamer meinte auch, dass er sich etwas unwohl fühlt, wenn Mädchen größer sind als er. Dann haben wir noch weiße Haut und werden von den Einheimischen „Gringas“ genannt. Hier im Wohnheim wurde schon deutlich, dass es ein Bild von Gringas gibt, da unsere Heimbesitzerin extra fünfminuten Tarrinen gekauft hat und sie uns mit den Worten „Gringas mögen das“, gezeigt hat. Ich persönlich finde sie ok, aber jetzt nicht umwerfend. Auf jeden Fall starren einen hier alle an und man fühlt sich ein wenig wie ein Tier im Zoo. Dieser Eindruck wurdedadurch verstärkt, dass ein kleines Mädchen auf mich zeigte und sagte „Ella tiene pelo rojo“ (Sie hat rote Haare) und ihr Vater darauf hin sein Handy rausholte und Fotos sowie Videos von uns allen machte. Auf der Straße hupen viele Autos und die Männer werfen einen Küsschen zu oder grüßen einen in einem auffälligem Tonfall. Mit einer Gringa zusammen zu sein zählt als Erfolg, aber man sol aufpassen, mit wie vielen weiteren Gringas der Mann zusammen ist. Auch Kinder zeugen wird hier sehr sportlich gesehen. Eine Frau zu schwängern ist super, aber die Verantwortung wollen sie dann nicht übernehmen. Allgemein ist hier noch ein sehr starkes Rollenbild vertreten und es gibt sogar eine Art Gesetz, dass die Frau sich um die Kinder zu kümmern hat. Eine Freiwillige hat von einem Fall erzählt, wo eine junge Frau eine Klasse unterrichtet hat und diese abgeben musste, sobald ein Lehrer an die Schule kam, da sie dann für die Babies zuständig war. Ich hoffe in meinem Projekt sind sie diesbezüglich offener.

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Essen im First Class Flug 😀

Und wenn das alles zu negativ klingt, dann lasst es mich bitte wissen. Momentan ist alles neu und das verwirrt mich. Selbst die Lusft ist hier anders und es fällt mir noch immer schwer zu atmen und bei geringer Anstrengung merkt man schon, dass einem die Luft fehlt. Aber hier oben ist die Luft nun einmal dünner.