Zurück in Deutschland – Die Achterbahnfahrt der Gefühle geht weiter

Bereits einige Wochen vor dem Rückflug in meine Heimat beschäftigte mich die Frage, wie es wohl sein würde zurückzukommen. Ein Jahr lang hatte ich ein ganz anderes Leben gelebt, als jenes, in welches ich nun zurückkehren würde. Zu vielen Leuten hatte ich während diesem Jahr kaum oder gar keinen Kontakt gepflegt, da dieser mit der Zeit abgebrochen ist. Ich wusste also nicht so recht, was mich erwarten würde.  In einem Jahr kann man sich ziemlich verändern, knüpft neue Kontakte und entwickelt sich gegebenenfalls in eine andere Richtung weiter, sodass man sich auseinanderlebt. Dadurch, dass man unterschiedliche Erfahrungen macht und sich generell in einem anderem Umfeld bewegt, ändern sich Einstellungen, Hobbies, Interessen und Angewohnheiten.

Natürlich gab es auch viele, die immer ein offenes Ohr für mich hatten und mich besonders anfangs unterstützt und ermutigt haben, wenn es mal nicht so glatt lief. Doch wirklich verstanden habe ich mich von den wenigsten gefühlt.

Zum Ende meines Auslandsaufenthaltes hatten wir noch ein Abschlusscamp in Quito, wo ich alle anderen Freiwilligen wiedersehen konnte und wir auf unsere Rückkehr vorbereitet wurden. Die meisten waren hin-und hergerissen zwischen der Freude zurückzukehren und der Trauer so Vieles zurückzulassen, so wie dem Wunsch, noch eine Weile länger bleiben zu können. Wenn man ins Ausland aufbricht, dann weiß man, dass man seine Familie und Freunde nach einer gewissen Zeit wiedersehen wird. Andersrum ist der Abschied von seiner Gastfamilie und seinen Freunden in einem anderen Land ein Abschied auf ungewisse Zeit. Dies macht es viel schwieriger.

Was sich verändert hat…

Wie oben bereits angerissen, hat mich das Auslandsjahr verändert und ich habe das Gefühl, nie wieder dieselbe Person sein zu werden wie vorher. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass hier alles gleich geblieben ist und die Welt, die früher so vertraut war, und ich nicht mehr zusammenpassen. Dies lässt sich auch auf frühere Kontakte übertragen: Die Gesprächsthemen sind die selben geblieben und die Probleme ebenfalls. Dazu kommt, dass ich auf viele Themen sensibler reagiere als zuvor und mir viele Ansichten schlichtweg engstirnig erscheinen. Oft kennen wir die Geschichte einer Person nicht, also was gibt uns das Recht, über diese Person zu urteilen? Und überhaupt, wer entscheidet denn, was normal ist? Andererseits hat sich dennnoch vieles geändert und man hat einiges verpasst in diesem Jahr und in manchen Momenten wünsche ich mir mein altes Leben zurück oder viel mehr die Menschen, die Teil dieses Lebens waren.

Ebenfalls verspüre ich den Wunsch, direkt wieder aufzubrechen und Neues kennenzulernen. Es gibt schließlich noch so viel zu entdecken. Auf der anderen Seite fühle ich mich hier Zuhause freier, da ich nicht das Gefühl habe, die ganze Zeit möglichst unkompliziert sein zu müssen und keine Probleme zu machen. Dies hatte ich oft in meiner Gastfamilie, obwohl ich alle wirklich sehr liebgewonnen habe. Ich werde nun erst einmal damit beginnen, Deutschland besser kennenzulernen, denn mir ist bewusst geworden, wie wenig ich über mein eigenes Land weiß.

Auf den Straßen ist es seltsam, die meisten Menschen Deutsch sprechen zu hören. Mir fehlt der vertraute Klang der spanischen Worte in meinen Ohren und so freue ich mich jedes Mal über eine Sprachnachricht meiner ecuadorianischen Freunde. Anfangs habe ich mich auch dabei ertappt, wie ich Leute auf Spanisch angesprochen habe (z.B. „Permiso“, wenn man irgendwo durch oder „Gracias“, wenn man sich bedanken möchte).

Wenn ich in einer neuen Stadt unterwegs bin, dann frage ich einfach in einem Geschäft nach, wo ich hinmuss, schließlich habe ich meine Wege ein Jahr lang ohne Google-Maps gefunden (wobei das natürlich vieles vereinfacht). Auch versuche ich nicht mehr alles zu planen, sondern das Leben zu nehmen, wie es kommt. Diese Einstellung kann viele in den Wahnsinn treiben. Außerdem ist die Umsetzung schwieriger als gedacht und mein Terminkalener ist schon wieder voll. Dadurch habe ich aber auch nicht so viel Zeit in Trauer zu versinken und ich kann meine Zeit in Deutschland genießen.

Seit ich wieder hier bin, weiß ich vieles mehr zu schätzen, was vorher selbstverständlich war und es ist wirklich schön, seine Familie wirklich in die Arme nehmen zu können und nicht nur via Skype. Dafür vermisse ich aber nun die Leute, mit denen ich in einem Jahr so viel erlebt habe, aber nun habe ich Freunde in verschiedenen Orten der Welt.

Wenn ich früher verreist bin, dann konnte man das an meinen tausend Taschen erkennen, die ich mitgeschleppt habe – schließlich wollte ich auf alles vorbereitet sein. Nun ist mein Reiserucksack mein treuster Begleiter geworden.

In Ecuador wirkte alles so weit weg und manchmal habe ich mein Zuhause vermisst. Nun vermisse ich Ecuador und weiß gar nicht mehr genau, wo ich überhaupt hingehöre.

 

 

 

 

Abschlussbericht – 1 Jahr Ecuador

Wow, echt erschreckend wie schnell die Zeit vergeht. Wie ich mich jetzt fühle? Das kann ich gar nicht genau sagen, denn ich blicke meiner Rückkehr nach Deutschland mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf der einen Seite ist da die Freude seine Lieben endlich wiederzusehen und wieder in seinem gewohnten Umfeld zu sein. Anderseits hab ich immer im Hinterkopf, was ich alles zurücklassen werde und dass dieser Abschied mir wahrscheinlich schwerer fallen wird, als der im vergangenem Jahr. Wieso das so ist, erfährst du in dem folgenden Bericht.

Was habe ich auf fachlicher und persönlicher Ebene gelernt?

Als meine Freundin aus Deutschland mich besuchen kam, fiel ihr nach einiger Zeit eine Veränderung an mir auf. Sie sagte, dass ich selbstbewusster geworden sei und klarer kommuniziere, was ich möchte.
Wenn man mit Kindern zusammenarbeitet, ist dies sehr wichtig. Man muss sich durchsetzen können und eine Autoritätsperson sein, ohne laut zu werden. Ich habe in dem Jahr gelernt, wie ich mit den Kindern rumalbern kann und sie gleichzeitig noch auf mich hören. Zudem wurde meine Geduld oft auf die Probe gestellt und nun nehme ich vieles gelassener. Auch habe ich eingesehen, dass nicht alles perfekt sein muss und kann und bin nun am Ende meiner Arbeit stolz auf meine Schüler. Gemeinsam mit meiner Mitfreiwilligen haben wir ein Theater einstudiert und aufgeführt (Schneewittchen) und meines Erachtens nach haben sie es sehr gut gemacht. Sehr lange haben wir an den Texten und Bewegungen gearbeitet und es immer wieder geprobt.
Dadurch, dass ich mein eigenes Projekt hatte und auch meinen Stundenplan allein zusammenstellen durfte, bin ich sehr viel selbstständiger und verantwortungsvoller geworden. Natürlich auch durch all meine Reisen, die ich selbst organisiert habe. Mir fällt es nun auch einfacher auf andere Menschen zuzugehen und um Hilfe zu bitten und nach dem Weg zu fragen.
Des Weiteren konnte ich auf fachlicher Ebene eine Menge im Bereich der Physiotherapie lernen. Dies war ein Teil meiner Arbeit, der mir am meisten gefallen hat. Aufgrund von fehlenden finanziellen Ressourcen wurde die Physiotherapie allerdings in meinen letzten Arbeitswochen eingeschränkt.

Wie können sich Freiwillige im Projekt einbringen? Wie hat mir die Arbeit in meinem Team gefallen? Was meine ich, habe ich während meiner Zeit bewirkt?

Ich kann das Projekt „Instituto de Ecducación Especial“ nur weiter empfehlen. Allerdings gibt es auch einige weniger schöne Aspekte. Einige der Lehrer*Innen und auch unsere neue Direktorin konnten uns Freiwillige nie auseinander halten und haben uns mit falschen Namen angesprochen. Auch wirkt es auch mich so, als ob nicht alle Lehrer*Innen eine gute Beziehung zueinander haben und so gab es (wie wahrscheinlich an jeder Schule) Lästereien. Eine Lehrerin hat uns Freiwillige auch des Öfteren um Geld gebeten, wodurch wir in eine unangenehme Lage gebracht wurden, da sie es erst nach mehrmaligem Nachfragen zurückgezahlt hat.

Allerdings wurden wir besonders bei unsere Theateraufführungen von einigen Lehrer*Innen unterstützt, da sie uns halfen Requisiten herzustellen und dafür sorgten, dass die Kinder die benötigte Kleidung mitbrachten. Auch wurden wir führsorglich mit Essen versorgt und wurden auch von einigen Kolleg*Innen zu sich nach Hause eingeladen. So haben sich mit der Zeit Freundschaften entwickelt und ich habe mich immer wohler im Projekt gefühlt.

Uns wurde gesagt, dass wir die ersten Freiwilligen in diesem Projekt waren, die ihr Tätigkeitsfeld frei wählen konnten. Normalerweise helfen die Freiwilligen in den Klassen. Deshalb vermute ich, dass die nachfolgenden Freiwilligen nun auch mehr Gestaltungsfreiheiten haben werden und ihr FSJ ganz nach ihren Vorstellungen leben können. Zu den Aufgaben kann ich euch nur raten, dass ihr ehrlich sagt, was ihr gerne machen möchtet und es viele Möglichkeiten gibt, sich einzubringen. Wenn eine Lehrer*In ausfällt, dann habt ihr die Möglichkeit eine Klasse zu übernehmen und in der Mittagspause könnt ihr den Kindern beim Essen helfen.

Wie war meine Gast-/Wohnsituation? Konnte ich mich sozial integrieren?

Was diesen Punkt angeht, hätte ich mich deutlich mehr bemühen können, denn wir haben eher wie eine Wohngemeinschaft zusammen gewohnt. Oft kam ich nach der Arbeit nach Hause und war alleine und an den Wochenenden bin ich gereist, sodass wir nicht viel zusammen unternommen haben. Allerdings gab es auch Nachmittage und Abende, an denen ich mich sehr lange mit meiner Gastmutter unterhalten habe und wenn ich Probleme hatte oder es mir schlecht ging, hatte sie immer ein offenes Ohr für mich und dafür bin ich sehr dankbar. Ich hatte sehr viele Freiheiten, durfte Freunde aus der Organisation einladen, ausgehen und wegbleiben solange ich wollte.
Auch wurde ich Freunden und Bekannten meiner Gastfamilie als ihre Tochter vorgestellt und mag auch meine Gastgeschwister sehr gerne, auch wenn ich sie nicht oft sehe. Bevor ich gehe ist eine Abschiedsfeier geplant und meine Gastfamilie wird mich zum Flughafen begleiten und dort verabschieden.

Allerdings habe ich nun zum Ende meines Auslandsjahres hin sehr viele Freunde gefunden und es wird mir schwer fallen, alle hier zurücklassen zu müssen. Ich weiß nicht, wann ich zurückkommen werde, um alle wiederzusehen. Hinzu kommt, dass ich die offene und freundliche Art, mit der mir so viele Menschen hier begegnet sind, sehr zu lieben und zu schätzen gelernt habe. Vor einiger Zeit war ich beispielsweise in einem Internetcafé, um einige Dokumente zu drucken, als mich die Besitzerin fragte, ob ich ihrem Sohn bei den Englischhausaufgaben helfen könnte. Als ich mich später verabschiedete bedankte sie sich mit einer herzlichen Umarmung und lud mich ein, demnächst mal auf einen Kaffee vorbeizukommen.

Abschließend betrachtet: War mein Auslandsjahr wie ich es erwartet hatte? Was war anders?
Welche Unterstützung habe ich erhalten und wo hätte ich mehr Unterstützung benötigt? Was hätte ich anders machen können?

Ehrlich gesagt war es anders, aber eine ganz klare Vorstellung hatte ich vorher nicht. Noch ist es auch nicht vorbei, da ich erst noch nach Peru reisen werde.
Ich habe vorher nicht gedacht, dass es schwierig sein würde, beständige Kontakte zu knüpfen. Ich habe oft Leute kennengelernt, aber schnell den Kontakt verloren und erst zum Ende hin wirkliche Freundschaften geknüpft. Anders war es mit den anderen Freiwilligen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so viel mit ihnen unternehmen würde und im Nachhinein betrachtet war das vielleicht auch gar nicht so gut. Ich habe dadurch länger gebraucht, um Spanisch zu lernen, da ich oft Konversationen auf Deutsch geführt habe. Auch dachte ich, dass ich mehr mit meiner Gastfamilie und meinen Geschwistern unternehmen würde.
Zudem hatte ich nicht mit einem Projektwechsel gerechnet, da ich dachte, dass ich mich schon irgendwie arrangieren würde. Mittlerweile könnte ich mein vorheriges Projekt wahrscheinlich besser meistern, dennoch bin ich wirklich froh über den Wechsel.

Unterstützung erhielt ich durch meine Organisation, Freund*Innen und Familie (Ecuador und in Deutschland). Allerdings hätte ich mir bei den anderen Freiwilligen mehr Stillschweigen erhofft, wenn man ihnen etwas sehr Persönliches anvertraut, aber das kommt natürlich auf die verschiedenen Charaktere an. Des Weiteren habe ich mich selten an meine Organisation gewendet, da ich das Gefühl hatte, manche Themen lieber mit meinen Freund*Innen zu besprechen. Das sollte ich in Zukunft ändern, da VASE sicherlich mehr Erfahrung hat und ihnen viele Probleme schon einmal begegnet sind.

14 Tage quer durch Per

Hola,

ich bin zurück aus Peru und wieder Zuhause angekommen, beziehungsweise in meinem zweiten Heimatland – Ecuador.

Vor zwei Wochen bestiegen meine Mitfreiwillige, sowie gute Freundin, und ich den Flieger nach Cusco. Wir entschieden uns gegen den Bus, da wir die wenige Zeit lieber damit verbringen wollten, Perus Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Eine Busfahrt von Guayaquil nach Lima dauert nämlich schon 30 Stunden und die durchschnittliche Reisezeit von Lima nach Cusco weitere 21 Stunden. Allerdings ist die Busfahrt preistechnisch günstiger (Lima-Cusco: ca. 32$; Guayaquil-Lima: 100-120$) und die Busgesellschaft Cruz del Sur sehr angenehm und emfehlenswert. Hierbei handelt es sich um eine der größten Busgesellschaften in Peru und sehr sicher. Unser Gepäck und wir wurden überprüft und ohne Reisepass hätten wir nicht reisen können. Zudem ist der Bus sehr komfortabel (er verfügt über Beinfreiheit, Monitor mit verschiedener Filmauswahl, Essen und Getränke inklusive, sowie eine Toilette). Eine weiter Busgesellschaft, welche ich empfehlen kann ist Oltursa, welche allerdings nicht in allen Teilen Perus verkehrt.

Kommen wir nun zu meiner Reise. In den 14 Tagen haben wir acht Städte besucht und um uns vorher nicht auf die Aufenthaltsdauer festlegen zu müssen, haben wir auch keine Hostels im Voraus reserviert, was sich im Nachhinein noch als sehr praktisch herausgestellt hat. Wenn ich eins in diesem Urlaub gelernt habe, dann ist es: Erstens es kommt anders und zweitens, als man denkt.

Um den ganzen Beitrag übersichtlicher zu gestalten, werde ich die Abschnitte nach Tagen, bzw. Städten unterteilen.

Lima

Bevor wir nach Cusco weiterfliegen konnten, hatten wir einen achtstündigen Aufenthalt am Flughafen Limas, wo ich auch schon bald die Krankenstation kennenlernte. Bei der Landung war mir der Druckausgleich nicht gelungen und so plagten mich Ohrenschmerzen und eine Hörminderung.

Zunächst wartete ich ab, ob die Schmerzen nicht von selbst wieder verschwinden würden, doch nach vier Stunden suchte ich eine Apotheke auf. Ich bekam Ohrentropfen, welche den Druck mindern sollten und Tabletten. Weitere zwei Stunden später hatte sich allerdings noch nichts verändert und ich sprach mit meiner Tante, da ich mir nicht sicher war, ob ich so weiterfliegen könnte. Es bestand die Gefahr eines Barotraumas (Schädigung des Trommelfells), bei dem es im schlimmsten Fall zu einer Blutung oder einem Riss im Trommelfell kommen kann.

Dann machten wir eine Krankenstation am Flughafen ausfindig und nach einiger Wartezeit wurde ich untersucht. Ich hatte eine leichte Ohrenentzündung und bekam Medikamente verschrieben und eine Spritze gegen die Entzündung verabreicht. Die Ärztin sagte, dass ein weiterer Flug nicht gefährlich sei, also machten wir uns auf den Weg nach Cusco.

Cusco

In Cusco angekommen fühlten wir uns direkt wie Touristen (was wir ja auch waren). Wir wussten nicht genau, wie es mit den Taxen funktioniert (Hier sind sie nur durch eine Plakette, jedoch nicht durch eine bestimmte Farbe gekennzeichnet). Da wir die Entfernungen nicht kannten und uns auch nicht sonderlich gut über die Preise informiert hatten, wurden wir erst einmal abgezockt. Ich rate euch, keine Taxen direkt am Flughafen zu nehmen, sondern besser den Flughafen zu verlassen und außerhalb in ein Taxi zu steigen.

Bei unserem Couchsurfer angekommen schliefen wir uns erst einmal aus, bevor wir uns auf den Weg machten, um Touren für den nächsten Tag zu buchen und die Stadt zu erkunden. Der plaza de armas (der Hauptplatz) ist sehr schön und die Stadt ist übersichtlich und sauber. Am Abend traffen wir uns dann noch mit unserem Couchsurfer, um gemeinsam zu Abend zu essen und anschließend seine Lieblingsbar und eine Salsoteca und eine Rockdisco zu besichtigen.

Die Bar Fallen Angel ist sehr speziell und kunstvoll eingerichtet und meine Freundinnen probierten erst einmal den für Peru bekannten Pisco (Ich selbst durfte keinen Alkohol trinken). Allerdings probierte ich ihn am Ende meiner Reise und er ist sehr stark und man sollte ihn lieber gemischt trinken.

Anschließend ging es in eine Salsoteca, wo wir all unsere Energie loswurden und sehr viel Spaß hatten. Alle halbe Stunde wurde Zumba angeboten und die Tanzlehrer tanzen ab und zu mit uns. Auch tanzeten wir mit unserem Couchsurfer, der froh zu sein schien, endlich mal wieder ausgehen zu können.

Als es für uns längst Zeit war ins Bett zu gehen, bestand er allerdings darauf, uns noch die Rockbar zu zeigen und so blieben uns am Ende noch zwei Studen zum schlafen, bevor wir am nächstem Morgen die Regenbogenberge besteigen würden.

Montañas de los siete colores

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Die Tour begann um drei Uhr morgens, was für uns bedeutete, dass wir gegen zwei aufstehen mussten, um ins Stadtzentrum zu fahren. Unser Couchsurfer lebt etwas außerhalb des Zentrums. Die Tour kostet 90 Soles und enthält die Busfahrten, einen Guide, Essen und den Eintritt zu den Bergen. Es war sehr früh, weshalb wir uns warm anzogen, zumal es in Cusco ohnehin nicht warm ist. Die Nacht über haben wir gefroren und so ging es mir gesundheitlich eher schlechter als besser und in Kombination mit dem fehlendem Schlaf unterlag ich erst einmal einem leichtem Nervenzusammenbruch. Ich bekam eine Übelkeitstablette meiner Freundin und so konnte ich den Ausflug zum Ende hin doch noch genießen. Der Aufstieg dauert um die zwei bis drei Stunden, was vom persönlichen Tempo abhängt. Währenddessen staunten wir über die wunderschöne Landschaften und machten Fotos mit den frei herumlaufenden Alpakas. Allerdings nahm dies viel Zeit in Anspruch und so enschlossen wir uns für den vorletzten Abschnitt des Berges einen Muli oder ein Pferd zu nehmen.

Oben angekommen, blieb uns erst einmal die Luft weg (zum einem von der Anstrengung, zum anderen durch dieses wundervolle Naturwerk). Wir befanden uns nun auf 4020 m über dem Meeresspiegel und die Luft ist so dünn, dass man sich hier nicht all zu lange aufhalten sollte.

Die rostroten, beigen und grünen Verfärbungen sind vor Jahrmillionen durch Sedimentschichten entstanden, die durch die Plattentektonik nach oben gedrückt wurden. Dabei hat Eisenoxid zu der rötlichen Färbung geführt, Magnesium zu den helleren Pinktönen, und eine Reaktion von Kupfer mit Wasser und Sauerstoff zur blaugrünen Verfärbung. http://www.stern.de/reise/offroad-peru/rainbow-mountain-peru-6949054.html

Abends probierte ich dann Alpaka, was sehr zwart war und ein wenig nach Rindfleisch schmeckt.

Machu Picchu

Einen Tag darauf stand für uns der Besuch des Machu Picchus an. Ich war sehr nervös und voller Vorfreude, schließlich würde ich bald eins der sieben Weltwunder sehen! Die sieben Weltwunder der Antike waren:

  1. Die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon
  2. Der Koloss von Rhodos
  3. Das Grab des Königs Mausolos II. zu Halikarnassos
  4. Der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria
  5. Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten
  6. Der Tempel der Artemis in Ephesos
  7. Die Zeusstatue des Phidias von Olympia

Die neuen sieben Weltwunder sind nun:

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Leider begann der Tag aber anders als geplant. In Cusco gibt es zur Zeit Streiks, welche für eine Lohnerhöhung sorgen sollen. Deshalb waren die Straßen gesperrt und wir standen geschlagene drei Stunden am gleichem Fleck. Unser eigentlicher Plan war es uns in  den heißen Quellen von aguas calientes zu entspannen, was nun allerdings wegfiel. Erst gegen sechs kamen wir in Hidroeléctrica an und von hier stand uns noch eine 2,5 stündige Wanderung entlang der Gleisen bevor. Wir waren froh, dass wir unsere Backpacks bei unserem Couchsurfer gelassen hatten. Dummerweise hatte mein kleiner Rucksack ein Loch bekommen, weshalb ich die ganze Zeit befürchtete, etwas aus meinem Rucksack zu verlieren. Der Weg führte uns über kleine Flüsse und Bäche und an sich war es gar nicht so anstrengend, da es die meiste Zeit geradeaus ging. Wir beendeten den Tag mit einem leckeren Essen und einer heißen Dusche und fielen dann müde ins Bett, um am nächstem Morgen um 4 Uhr in der Warteschlange für den Bus stehen zu können. Dieser fuhr uns dann zum Eingang des Machu Picchus, wo ein Guide auf uns wartete. Ich war überrascht, wir viel die Inka bei ihrer Planung bedacht hatten (sie hatten an eine Kanalverbindung gedacht, die Steine passen alle perfekt ineinander, es gibt Pfade, die mit Cusco und den Ruinen von Llactapata verbunden sind, mehrgeschossige Wohnbauten; …). Die Festung ist sehr groß und so kommen täglich um die 2500 Besucher hierher, was jedoch eine Gefährdung des Weltnaturerbes darstellt.

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Der ständig wachsende Tourismus belastet die Umwelt sehr. Die UNESCO wehrt sich daher vehement gegen den geplanten Bau einer Seilbahn von Aguas Calientes hinauf nach Machu Picchu. Deren Fertigstellung würde den Touristenstrom weiter ansteigen lassen und außerdem die Erdrutschgefahr erhöhen. Am 10. April 2004 forderte ein Erdrutsch, der auch die Bahnlinie teilweise lahmlegte, elf Menschenleben. Durch einen weiteren Erdrutsch am 14. Oktober 2005 wurde die Bahnlinie auf einer Strecke von 400 Metern erneut verschüttet. Auch 2010 gab es Überschwemmungen und Erdrutsche, woraufhin das Militär zur Unterstützung der Touristen eingesetzt wurde und anschließend Machu Picchu für mehr als zwei Monate gesperrt werden musste. https://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchuhttps://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchuhttps://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu

Titicacasee

  • Der größte See Südamerikas

Nach einer Nacht in einem Hostel in Cusco machten wir uns auf den Weg nach Puno. Die Fahrt dauert in etwa neun bis zehn Stunden, aber in dem Bus der Gesellschaft Cruz del Sur konnten wir gut schlafen und bekamen außerdem noch ein Frühstück serviert (Wenn du allerdings etwas mehr frühstücken möchtest, kannst du das sehr gut am Terminal in Cusco tun). Wie auch in Cusco ist es hier sehr kalt und wir trugen größtenteils Pullis und Mützen und schlief ebenfalls mit Schaal und Mütze. Den ersten Tag ließen wir ruhig angehen. Wir besichtigten die Stadt ein wenig und gingen auf einen Markt, wo wir uns Alpakapullis- und Socken kauften, die sehr kuschelig sind und perfekt für die kalte Stadt geeignet sind. Zum Geldabheben kann ich in Peru die Bank MultiRed empfehlen, da diese keine Gebühren für das Geldabheben erhebt.

Am nächsten Tag klingelte wieder früh der Wecker, dieses Mal allerdings erst um sechs. Wir wurden am Hostel abgeholt und zum Hafen gebracht. Da wir drei Gäste an Bord hatten, die danach noch eine andere Führung bekamen, befanden wir auf einem Schnellboot, welches uns zur „Isla Santa Meria Mallko“ brachte. Bei dieser Insel handelt es sich um eine schwimmende Inseln, welche von den Urus errichtet wurde, um sich vor den krigerischen Inkas zu schützen. Diese glaubten an das Land und die Sonne, weshalb die Urus auf dem See sicher vor ihnen waren. Der Boden dieser Inseln setzt sich aus einzelnen Blöcken aus aufgeschichtetem Totora-Schilf zusammen. Nach zwanzig Jahren muss eine neue Insel gebaut werden, da der Boden anfängt wegzufaulen. Die größte Einnahmequelle der Urus ist der Tourismus und so gibt es auf der Inseln einige Handarbeiten zu kaufen. Zudem gibt es die Möglichkeit die traditionelle Kleidung anzuziehen und Fotos mit den Urus zu machen.

Danach ging es weiter zur festen Insel „Taquile“, wo wir unser Mittagessen einnehmen sollten. Von der Insel aus kann bis nach Bolivien rüberschauen. In den 1930iger Jahren war diese Insel eine Gefängnisinsel der Spanier, doch schon 1937 kauften sich die Einheimischen (Taquileños) ihre Insel zurück. Die Taquileños berufen sich auf die – aus der Inkazeit stammenden – Gebote: „Ama suwa, ama llulla, ama qilla“ (nicht stehlen, nicht lügen, nicht faul sein). Deshalb gibt es auf der Insel auch keine Polizei.

DSCI0284.JPGDa es mir nicht so gut ging, habe ich von diesem Teil der Reise kaum Bilder gemacht und mich nach der Bootsfahrt direkt ins Hostelzimmer zurückgezogen. Eigentlich war geplant noch in der Nacht nach Arequipa aufzubrechen, doch so blieben wir noch eine weitere Nacht. Bei Übelkeit und Schwindel helfen Cocablätter recht gut. Ich bekam einige von unserem Guide, der sich um mich sorgte. Außerdem war unter den Mitreisenden eine Frau aus Costa Rica, welche mir eine Pflanze gab, an der ich riechen sollte, um die Übelkeit loszuwerden. Ich war wirklich dankbar für diese freundlichen Menschen.

Arequipa

Von Puno nach Arequipa sind es mit dem Bus ungefähr sechs Stunden, welche wir mal wieder schlafend verbrachten. Schon jetzt waren wir von der Reise ziemlich geschlaucht. Am Abend würden wir weiter nach Nasca fahren, weshalb uns hier nur der Nachmittag blieb. Gemütlich schlenderten wir durch die Straßen und besuchten einen Kunstmarkt, wo wir uns zeichnen ließen. Danach trafen wir auf Studenten, welche Umfragen für ihr Studium durchführten und so hatten wir eine recht amüsante Unterhaltung mit ihnen. Zum Abschluss probierten wir die peruanische Küche. Wir bekamen drei verschiedene Sorten an Kartoffeln, welche ich mit Tunfisch und meine Freundin mit Gemüse kombinierte. Insgesamt gibt es in Peru 531 verschiedene Kartoffelsorten, wobei die Zahl bei der Suche im Internet bis auf 8000 verschiedene Sorten hochgeht.

Nasca

Weitere neun Stunden Busfahrt bringen uns nach Nasca, wo es die berühmten Nasca-Linien gibt. Wir buchten einen Flug für den frühen Vormittag. Die Nasca-Linien sind riesige Scharrbilder in der Wüste Perus. Über die Entstehung und den ZWeck dieser Bilder ist wenig bekannt, allerdings existieren eine Menge Theorien.

Diese reichen von einer gigantischen Sportarena, über einen überdimensionalen Kalender bis hin zu Landeplätzen von Ufos. Am wahrscheinlichsten ist ein Zusammenhang zwischen einer rituellen und astronomischer Bedeutung. Denn die Richtung einiger der zum Teil kilometerlangen pfeilgeraden Linien stimmen mit Sonnwendpunkten überein. Die anderen könnten als rituelle Pfade bei religiösen Zeremonien gedient haben. Wissenschaftlich belegt ist aber bisher keine der unzähligen Theorien. In den letzten Jahren haben Forscher begonnen die Bilder genau zu vermessen und archäologisch zu erforschen.  Davon erwartet man sich neuen Aufschlüsse über die rätselhaften “Zeichner”. Bekannte in die Wüste gezeichnete Figuren sind etwa die Spinne (Bild), der Astronaut, die Echse, der Kolibri oder die spirale. Auf Bestreben der deutschen Forscherin Maria Reiche wurden die Linien von Nazca 1994 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. http://www.weltkulturerbe.com/weltkulturerbe/suedamerika/nazca.html

Weil der Flug sehr turbulent war, konnte ich leider kaum Fotos machen. Ich hatte mir den FLug in einer kleinen Maschine super aufregend vorgestellt, doch letztendlich habe ich nichts vom Flug mitbekommen, außer, dass mir sehr übel war. Meine Freundinnen hatten vorher noch Witze darüber gemacht, dass ich die Spucktüte bestimmt bracuhen würde.

Huachachina

Da wir nachts ankamen (wir fuhren mit einem Sammeltaxi, da die Busse nur nach Ica fahren), sahen wir erst am nächsten Morgen die riesigen Dünen um uns herum. Wir selbst befanden uns in einer wunderschönen Oase und landschaftlich ist dieser Ort der Provinz Ica mein absolutes Highlight. Nur sind wir hier leider recht vielen unfreundlichen Menschen begegnet und ein Hostelangestellter warnte uns davor, nachts alleine rauszugehen. Es ist wohl schon öfter vorgekommen, dass Frauen hier Drogen verabreicht bekommen haben und ihnen anschließend eine Gruppe Männer aufgelauert hat. Auch uns wurde im Restaurant (!) Cryistal Meth angeboten und als wir den Verkäufer ignorierten, beleidigte er uns später auf offener Straße.

Um so schöner war jedoch unser Actionausflug mit einem Sandbuggy und Sandboarding. Alleine hätte ich aus der Wüste nie wieder rausgefunden, da einfach alles gleich aussieht. Mit den Boards sind wir die Dünen runtergefahren und es macht verdammt viel Spaß.Für Skifahrer oder Snowboarder gibt es auch Profiboards.

Paracas

Von Huachachina nach Paracas ist es nur eine Stunde. Wir fanden ein sehr schönes Hostel (Paracas Backbackers`House), von wo aus man Touren buchen kann. Nach einigen Nächten ohne Hostel (allerdings noch vor Huachachina), freuten wir uns sehr über ein gemütliches Zimmer mit warmem Wasser. Wir hatten die Möglichkeit die „Islas Bellestas“ zu besuchen, doch entschieden uns fürs ausschlafen. Direkt neben dem Hostel gibt es ein sehr leckeres Café in welchem leckere Smoothies und Brote angeboten werden. Auch eine Tour durch den Nationalpark lehnten wir ab und mieteten uns stattdessen Fahrräder. Heute wollten wir die Gegend selbst erkunden. Uns wurde gesagt, dass wir für die Fahrradstrecke um die vier Stunden benötigen würden. Mit unseren ausgibigen Pausen kamen wir allerdings auf sechs Stunden.

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Lima

Viel zu schnell kamen wir zu unserem letzten Ziel der Reise: Lima. Das hatte aber auch etwas Positives, denn in Lima ist es deutlich wärmer als in den anderen Orten. Das Frieren hatte ein Ende. Außerdem lernte ich einen guten Freund meiner Familie kennen, bei dem wir auch unterkommen konnten. Er kümmerte sich super um uns und zeigte uns am erstem Tag die Ruinen der alten Tempelpyramide von Huaca (Zeromonieort) Pucllana. Diese befinden sich im Stadtteil Miraflores. Bis in die 1980iger Jahre war dieses heutige Wahrzeichen ein Müllberg zum Motorcrossfahren, bis entdeckt wurde, um was es sich eigentlich handelt. Die Touren werden auf Englisch und Spanisch angeboten. Während der Führung bekommt man Nachbildungen unterschiedlicher Alltagsszenen zu sehen, sodass man sich ein Bild von dem früherem Leben machen kann. An der Bauweise ist zu erkennen, dass es sich hier nicht um die Inka, sondern um die Lima-Kultur gehandelt hat. Der Lima-Stamm hat eine Art Bücherregalstil aus Lehmziegeln genutzt. An einem großem Versammlungsplatz angekommen, wurde uns gesagt, dass hier Menschenopfer erbracht wurden. Hierbei handelte es sich um Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, welche bereits von Geburt an über ihr Schicksal Bescheid wussten.  Für sie bedeutete es jedoch eine große Ehre, da sie der festen Überzeugung waren, so direkt zu Gott zu gelangen. Getötet wurden sie, indem sie durch natürliche Drogen in einen Rauschzustand versetzt wurden und dann mit einem Stein erschlagen. Im Gegensatz zu den Inka verehrten die Lima das Meer, was sich in ihren anderen Opfergaben, wie beispielsbeise Haifischfleisch, zeigt. Später wurden die Lima von der Wari-Kultur vertrieben, welche die Pyramiden als Begräbnisstätte nutzten. Sie waren der Meinung, dass der Weg auf die andere Seite sehr lang dauert, weshalb sie den Verstorbenen Nahrung, Kleidung und Werkzeuge zur Weiterführung seines jeweiligen Berufes mitgaben.

 

Am nächsten Tag wurden wir mit auf die Polizeiwache genommen, um einen kleinen Teil der Arbeit unseres Bekannten kennenzulernen. Der Kommissar, sowie die Polizisten begrüßten uns freundlich und wir erfuhren viel über die einzelnen Einsatzbereiche. Wir hätten auch mit in eine Schule gehen können, an der es einen Vortrag über Gewaltprevention gab, aber unser Bekannter hatte schon andere Pläne und so fuhren wir in die Innenstadt zum frühstücken und probierten Perus Schinken. Anschließend besichtigten wir ein Hotel, was früher das beste Hotel Perus war und in dem viele Schauspieler und Prominente untergekommen sind.

Weiter ging es zu Besichtigung der Katakomben der „Iglesia de San Francisco y convento de San Francisco“. Das Fotografieren ist hier verboten, aber ich ich habe noch nie so viele Knochen und Schädel auf einmal gesehen. Zudem gibt es viele Gemälde zu sehen, auf denen unter anderem die 12 Apostel dargestellt werden. Zudem besichtigt man eine alte Bücherei, in der es riesige Gesangbücher gibt.

Anschließend gingen wir auf einen Markt, auf dem es so gut wie alles zu kaufen gibt (außer Elektronik). Mehr findet man jedoch auf dem „Mercado Artesanal de Pueblo Libre“. Hier gibt es alles Mögliche an Souveniers zu ergattern.

Der krönende Abschluss unserer Peru Reise und unseres Lima Besuches war dann der Wasserspielpark „Circuito Mágico del Agua del Parque de la Reserva“. Meine Freundin und ich wurden hier ordentlich nass, da es ein Wasserspiel gibt, in das man hineingehen kann und anschließend versuchen muss, trocken wieder herauszukommen. Bedauerlicherweise ist es mir hier nicht möglich Videos hochzuladen und so kann ich nur mit Bildern dienen.

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Meinen nächsten Bericht werde ich höchstwahrscheinlich in Deutschland verfassen, da meine Zeit hier nun fast zu Ende ist.

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Unser Blick aus dem Flugzeug.

Hasta luego, nos vemos pronto!

Saludos

Isa

PS: Die Reise war einfach super!!!

Traumberuf trotz Behinderung-Ist das möglich?

Vor einigen Wochen gab es bei mir an der Schule einige Vorführungen anlässlich des „día de la lectura“ (7.März). Dieser Tag dient dazu, die Bevölkerung zum Lesen zu motivieren und junge Menschen an Bücher heranzuführen und dadurch ihre Kreativität zu steigern. Der Tag wird zelebriert, indem Geschichten vorgelesen oder Theater aufgeführt werden. Die Klassen sechs bis zwölf haben einige kreative Aufführungen gehabt mit dem Märchen „Rotkäppchen“ (Caperucita Roja) und den Themen „Wie man einen Sandwich zubereitet“ oder „Welche Frucht bin ich?“. Ich selbst habe mit der siebten Klasse einen Tanz zu dem Lied „libre soy“ vorgestellt. Die achte Klasse hat zum Schluss ihre Traumberufe vorgestellt, was mich zu der Frage geführt hat, ob es nicht doch möglich ist, dass sie diese erreichen können. Bei ihren genannten Professionen handelte es sich um: Lehrkraft, Doktor/in, Artist/in in einem Zirkus, Athlet/in, Ko(ö)ch/in und Autorin.

Bei meiner Suche nach Informationen diesbezüglich bin ich auf einige interessante Seiten gestoßen, die ich am Schluss verlinken werde.

Studium:

Mittlerweile gibt es an fast jeder Universität Behindertenbeauftragte, welche den Studierenden bei Formalitäten und schwierig zu bewältigenden Aufgaben helfen. Schwierig bleibt es oft trotzdem, schnell von einem Ort zum nächstem zu kommen, wenn die Menschen von einer Bewegungseinschränkung betroffen sind.

Auch werden Menschen mit Behinderung vor Herausforderungen gestellt, wenn es beispielsweise um Gruppenarbeiten geht und die Betroffene Person taub ist und eine Kommunikation mit den Kommilitonen nicht ohne Schwierigkeiten abläuft. Daher ist hohes Verständnis füreinander gefragt.

Lehrkraft: In Kombination Trisomie 21 und Lehrkraft fällt sehr oft der Name Pablo Pineda. Er ist Europas erster Lehrer mit Down-Syndrom. Dadurch, dass seine Eltern an sein Potenzial geglaubt haben und ihn gefördert haben, gelang ihm sein Abitur und anschließend sein Abschluss an der Universität. Nun ist er Lehrer, was uns zeigt, dass es möglich ist. Allerdings kommt es natürlich auch immer auf den Grad der geistigen Behinderung drauf an. Manche erstaunen einen mit dem, was sie leisten können und bei einigen, in deren Körperzellen das Chromosom 21 nur in wenig vorhanden ist ,wird gesagt, dass sie besonders intelligent seien. Wenn die Kinder durch mehrere Behinderungen gehandicapt sind, dann erschwert es einen Berufseinstieg.

Doktor/in: „Seit dem Jahr 2003 und der Reform der Approbationsordnung dürfen Studenten mit Behinderung (…) nicht mehr grundsätzlich vom Medizinberuf ausgeschlossen werden.“ (https://www.praktischarzt.de/blog/arzt-mit-behinderung-studium-arztberuf/).

Allerdings kann man nicht in allen alle Fachrichtungen im Bereich des Arztes tätig sein , da manche körperliche Einschränkungen dies unmöglich machen.

Artist/in: Gerade MEnschen mit Trisomie 21 sind sehr beweglich, wieso sollten sie nicht in einem Zirkus arbeiten können? Auch Kinder im Rollstuhl können tanzen und Autisten können sehr lustige Situationen herbeiführen.

Athlet/in: Heutzutage gibt es so viele Hilfsmittel, dass man mit einem starken Willen zum Athleten werden kann. Wie erfolgreich man wird, hängt, denke ich, vom Training ab und auch von dem Alter, mit dem man zu trainieren anfängt. Wenn die körperliche Einschrenkung allerdings zu groß ist (In meiner Schule oft bei Zerebralparese), dann würde ich eine ZUkunft als Athlet/in eher als unwahrscheinlich einstufen.

Koch/Köchin: Gebe ich „Koch mit Behinderung“ in die Suchmaschine von Google ein, bekomme ich sehr viele Stellenanzeigen angezeigt. Es gibt einige Projekte, die Kochkurse speziell für Menschen mit Behinderung anbieten und aus einer Leidenschaft kann später auch ein Beruf werden.

Autor/in: MIch persönlich interessieren die Gedankengänge anderer Menschen sehr und ich finde es interessant, Geschichten meiner Schüler zu hören. Vieles drücken sie schöner aus, in anderen Sachen sind sie hingegen sehr viel direkter. Besonders Kinder sind sehr fantasievoll und sollten dies auf Papier bringen können. Hinzu kommt, dass es bereits Autoren mit Behinderungen gibt. Allerdings werden einige wohl Unterstützung von ihrern Mitmenschen benötigen, die intensiv das Lesen und Schreiben mit ihnen üben oder selbst für sie sie Geschichten aufschreiben.

An der Schule, an der ich meinen Freiwilligendienst leiste können vier der Schüler lesen, deutlich mehr jedoch ihren Nmen schreiben.

Wie immer freue ich mich über Kommentare. Zum Beispiel frage ich mich, ob ihr zu einem Arzt mit Behinderung gehen würdet oder ob ihr ihm/ihr nicht so viel zutrauen würdet?

https://www.praktischarzt.de/blog/arzt-mit-behinderung-studium-arztberuf/

http://leidmedien.de/aktuelles/lehren-mit-trisomie-21-downsyndrom-portraets-international/

http://www.focus.de/wissen/natur/bildung-die-unmoegliche-karriere_aid_198391.html

Verschiedene Formen geistiger-und körperlicher Behinderungen

Wie viele von euch wahrscheinlich schon wissen, arbeite ich in einer Schule für Kinder mit geistiger-und/oder körperlicher Behinderung. Ich sage deshalb Kinder/ Menschen mit Behinderung und nicht „Behinderte“, da einen Menschen ja viel mehr ausmacht, als seine Beeinträchtigung (oder auch Berreicherung, da sie vieles anders und vielleicht schöner und intensivier wahrnehmen als wir). Auch der Begriff „Niños especiales“ (besondere Kinder) gefällt mir sehr gut.

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch gerne ein paar der verschiedenen Behinderungen vorstellen, mit denen ich täglich zu tun habe. (Bilder meiner Arbeit habe ich nicht, da das Fotografieren in meinem Arbeitsplatz aus Persönlichkeitsrechtsgründen verboten ist. Wenn ich jedoch die Erlaubnis des MInesteriums einholen sollte, wäre mir das Fotografieren gestattet.)

  • Down-Syndrom: Down-Syndrom wird auch Trisomie 21 genannt, da das 21. Chromosom dreifach vorhanden ist. Statt 46 Chromosomen besitzen sie 47. Es gibt insgesamt drei verschiedene Formen der Trisomie 21, „die freie Trisomie 21, die Translokations-Trisomie 21 (keine gesundheitlichen Auswirkungen) und die Mosaik-Trisomie 21 (nur milde gesundheitliche Auswirkungen). Am häufigsten (95%) tritt die freie Trisomie 21 auf. Wenn man von Down-Syndrom spricht, ist meist auch diese Form der Krankheit gemeint.“ (https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/down-syndrom-trisomie-21/symptome-krankheitsbild/)
    Äußerliche Merkmale sind ihre Kleinwüchsigkeit und ihre extreme Gelenkigkeit (deswegen habe ich in der Wassertherapie auch keine Down-Syndrom Kinder). Dies hängt mit dem lockerem Bindegewebe zusammen, wodurch sich die Gelenke überstrecken lassen. Das Gesicht ist meist rundlich und die Augen schräg nach oben gestellt. Oft sehe ich, dass die Zunge aus dem Mund heraushängt, was die Kinder sehr konzentriert wirken lässt. Es liegt daran, dass diese sehr groß ist. Ich habe gelesen, dass das Körpergewicht der Kinder in den ersten Jahren meist unterdurchschnittlich sei. Die Kinder mit denen ich jedoch zusammen arbeite sind eher moppelig und haben einen sehr aufgeblähten Bauch. Die Hände sind ebenfalls eher breit, mit kurzen Fingern. Auch die Kraft von Kindern mit Down-Syndrom ist nicht zu unterschätzen. So wie bei jedem sind auch ihre Charaktere sehr unterschiedlich. Manche sind sehr stur und dickköpfig, andere eher super anhänglich. Die Intelligenz der Kinder kann stark variieren. Die Streubreite geht von „schwer geistig behindert“ (meist durch eine mehrfach Behinderung gehandicapt, IQ zwischen 25 und 40) bis zur „normalen“ Intelligenz (70-130%). Die Mehrheit der Menschen mit Down-Syndrom hat einen IQ von 40-70%. Mit komplexen Denkprozessen tun sie sich schwer, doch einfache Aufgaben können sie lösen. Eine meiner Schülerin erscheint mir sehr schlau und sie hilft ihren Klassenkameraden immer, sobald sie eine Aufgabe erledigt hat. Mir fällt es recht leicht Kontakt zu Kindern mit Down-Syndrom aufzunehmen, da die meisten meiner Schüler mit Down-Syndrom sehr sozial veranlagt sind.
  • http://www.down-syndrom-regensburg.org/das-down-syndrom/was-ist-mit-der-intelligenz-bei-kindern-mit-down-syndrom/
  • https://www.ds-infocenter.de/html/dswasistdas.html
  1. Autismus: Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Auch hier unterscheiden wir wieder zwischen drei verschieden Typen des Autismus. Es gibt den „Frühkindlichen Autismus“ , das „Asperger-Syndrom“ (F 84.5) und den „Atypischen Autismus“. „Autismus-Spektrum-Störung“ dient daher als Oberbegriff für die drei Arten. „Die Merkmale des frühkindlichen Autismus zeigen sich bereits vor dem dritten Lebensjahr.“ (http://www.autismus.de/was-ist-autismus.html). Typisch ist die geringe Interaktion mit dem sozialem Umfeld, da emotinale Signale schwierig einzuschätzen sind oder nicht wahrgenommen werden. Gleichzeitig reagieren sie aber oft hoch sensibel auf Veränderungen, da sie die Umwelt-und Sinnesreize nicht richtig verarbeiten können, was zu einer Überladung eben dieser Eindrücke führt. Auch auf Berührungen reagieren sie empfindlicher als andere Kinder gleichen Alters. Ebenfalls beeiträchtigt ist die Kommunikation, wodurch ein Gespräch erschwert, bis ganz unmöglich gemacht wird. Gleichfalls fehlt die Gestik, um Aussagen zu unterstreichen  oder sich zu verständigen. Auch ist zu beobachten, dass jedes Kind seine typische Bewegung hat. Manche schaukeln mit dem Körper nach vorne und nach hinten, andere spielen mit ihren Händen und wieder andere neigen zur Selbstverletzung indem sie sich selbst beißen oder vor den Kopf schlagen. (Ich selbst wurde auch schon des mehrmals von Kindern gekniffen, gebissen oder angespuckt). Desweiteren zeigen sie Interessen an Teilaspekten von Sachen, wie beispielsweise dem Geruch oder daran, wie sich etwas anfühlt.
  2. Das Asberger-Syndrom unterscheidet sich darin, dass keine Entwicklungsrückstände im Bereich der Sprache festzustellen sind. In Teilgebieten sind Menschen mit Asberger-Syndrom sogar höchst intelligent. Allerdings fühlen sie anders, wodurch eine Begrüßungsumarmung für sie äußerst unangenehm sein kann. Auch verarbeiten sie Sinneindrücke anders, wodurch sie oft gereizt reagieren. Hier finden wir wieder mehr Gemeinsamkeiten mit dem frühkindlichen Autismus. Mehr Informationen zum Leben mit Asberger-Syndrom findet ihr hier -> http://www.asperger-wahrnehmung.de/korperkontakt-kuscheln.php)
  3. Als mein Sohn die Diagnose ‘Atypischer Autismus’ bekam, dachte ich mir: Nicht mal für einen Autisten ist er normal? Heute sehe ich die Chance, die darin liegt: Statt unsere Erwartungen an Diagnosekriterien auszurichten, können wir ihn ganz in seiner Individualität sehen. – Martina, Mutter von Emil, 7

Atypisch heißt diese Form des Autismus, da sie erst nach dem drittem Lebensjahr auftritt. Dazu kommt, dass atypische Autisten nur in wenigen Bereichen typische Verhaltensweisen aufzeigen, wodurch der atyoische Autismus lange unentdeckt bleibt. Auch hier wird wieder in drei Gruppen unterteilt: Die, die sich stark mit dem Asberger-Syndrom überlappen, sich aber durch Sprachverzögerungen oder leichte Intelligenzminderung vom Asbergr-Syndrom unterscheiden.  Eine Gruppe, die dem frühkindlichem Autismus ähneln, aber nicht alle Merkmale aufweisen, sowie eine dritte Gruppe, die alle Autismusmerkmale aufweisen, aber wenig bis keine stereotypschen Verhaltensmuster zeigen. (Mehr dazu: http://autismus-kultur.de/autismus/atypischer-autismus-was-ist-das.html)

Wie kann man helfen?

Ich leite in meinem Projekt die Tanztherapie, wobei mir aufgefallen ist, dass manche Kinder die Musik lieben und andere sehr hypersensibel auf Geräusche reagieren. Deshalb achte ich darauf, die Musik nicht zu laut zu machen. Auch sollte man Hypersensible Kinder nicht einfach berühren, sondern sich vorher langsam annähern und sie vorwaren (Aber ich denke, dass versteht sich von selbst). Außerdem arbeiten wir viel mit Fühlmaterial, wie Bohnen oder Sand, welche auf Brettern festgeklebt sind. http://autismus-kultur.de/autismus/wahrnehmung-foerdern-umgebung-anpassen-so-kannst-du-helfen.html -> Hier findet ihr viele weitere Tipps, wie ihr Kindern mit Hypersensibilität helfen könnt. (Sehen; Hören; Berührungen; Geschmack; Geruch; Gleichgewicht; Eigenwahrnehmung; Schmieren mit Fekalien; …)

  • Infantile Zerebralparese: Hierunter versteht man Bewegungsstörungen, die ihren Ursprung in einer frühkindlichen Hirnschädigung haben. Mit diesen Kindern arbeite ich größtenteils in der Schwimmtherapie zusammen. Die meisten haben Spastiken (wechselspiel zwischen An-und Entspannunng der Muskeln) und sehr verhärtete Muskeln durch die Anspannung. Je nach Ausprägung der Spastik besteht eine ständige Muskelspannung oder der Tonus (die Spannung) ist nur bei Bewegung erhöt. Ebenfalls geht es einher mit Problemen eingenständig zu Essen und verständlich zu Sprechen, da sie Probleme mit ihrer Zunge haben. Dann gibt es noch die Ataxie, bei der die BEtroffenen das Laufen zwar lernen können, was aufgrund der niedrigen Grundspannung der Muskulatur allerdings wie der Gang eines Betrunkenen wirkt. Die dritte Form ist die Athetose, welche den Spastiken ähnelt. Bei Bewegungen kommt es hier zu schneller Anspannung von Körperteilen, die sich dann blitzschnell bewegen und einen, wenn man nicht aufpasst, auch mal treffen können. Hinzu kommt eine erschwerte Kopfkontrolle und eine geringe Muskelspannung, wodurch Laufen erst mit den Jahren möglich ist. Geistig sind die meisten ziemlich fit. Die auftretenden Sprachstörungen (Die der Großteil meiner Schuler mit Zerebralparese hat) erschwert die Teilnahme am sozialem Leben. Allerdings merke ich, dass die meisten meiner Schüler mit Zelebralparese sehr fröhlich sind und mitlachen, wenn wir Lehrpersonen lachen.

In unsere Schule wird Physiotherapie (Sindex44chwimmtherapie, Reittherapie) und Logopädie zur Behandlung angeboten. Einer unserer Schüler kann mittlerweile selbstständig gehen und lernt in den nächsten Jahren springen und rennen. Momentan ist er aber noch auf dem Stand einer 12 Monate alten Babys. Auch geistig ist er unterentwickelt, ungefähr auf dem Stand eines sechsjährigen. Sein Kopf ist zu klein und wird im Gegensatz zu dem Rest seines Körpers nicht mehr wachsen. Hinzu kommt, dass er eine leichte Anwandlung von Autismus aufweist. Ihr seht also, dass auch Kombinationen der Behinderungen aufkommen.

Natürlich gibt es noch viel mehr Behinderungen, aber das waren jetzt erst einmal die drei großen Bereiche, für die wir Klassenräume haben. Ich hoffe der Eintrag hat euch gefallen und falls ihr Anmerkungen habt oder Tipps, dann schreibt sie mir in die Kommentare.

 

Regenwald (paseo de los monos/Puyo/Tena)

Hola mis amigos,

wollt ihr wissen, wie Ameisen schmecken? Oder wie man im Dschungel seine Haut pflegt? Wie sich ein Affe anfühlt? Wie es ist im Wasserfall zu schwimmen?

Im Januar war ich in Paseo de los monos (http://www.losmonos.org/) einem Rettungszentrum für Affen, nahe bei Puyo. Dort habe ich eine Freundin besucht, die als Pflegemutter für einen Baby-Wollaffen namens Jacky Brown (sie bestand darauf den Namen zu nennen) einspringt. In dem Zentrum leben etwa 100 Tiere, welche aus verschiedenen Umständen dort gelandet sind. Viele wurden als Haustiere gehalten oder dauerhaft verletzt. Die Tragik dabei Wildtiere als Haustiere zu halten, besteht darin, dass die Tiere oft gewaltsam von ihrer Gruppe getrennt werden. Dies resultiert häufig darin, dass Viele, beim Versuch Gruppenmitglieder zu verteidigen, getötet werden.

Jacky Brown                                          Bella

Zu der Frage, wie sich Affen anfühlen, würde ich zumindest die Wollaffen als flauschig bezeichnen. Vom Fell her fühlen sie sich auch ein wenig an wie manche Hunde. Die Hände sind erstaunlich zart und bei den älteren Tieren lederartig und erstaunlich kräfig.

Ein paar Wochen später war ich mit Katja und Talea, zwei Mitfreiwilligen, in Puyo. Dort entschieden wir uns dazu eine Dschungeltour zu machen (http://www.nativejunglecuador.com/).So ging es am nächstem Tag um neun Uhr mit dem Auto in den Dschungel. Wir erfuhren viel über die verschiedenen Stämme. Besonders, dass noch heute einige Stämme ihr Gebiet so sehr verteidigen, dass man bei Grenzenüberschreitung direkt umgebracht wird, hat mich erstaunt. Allerdings sind dies die wenigsten und ich kann es nachvollziehen, da schon vielen Stämmen ihr Gebiet weggenommen wurde und sie ihre Kultur wahren möchten.

Im Dschungel angekommen haben wir erst einmal eine Schlammpackung verpasst bekommen, die durch ihre lehmartige Zusammensetzung gut für die Haut ist, und anschließend eine Krone im Stil der Panamahüte gebastelt.Danach sind wir in einem Wasserfall baden gegangen, was ziemlich erfrischend war. Bevor wir zurückgekehrt sind, gab es noch einen kleinen Snack: Ameisen. Erst habe ich mich ein wenig geekelt, sie dann aber doch probiert. Und was soll ich sagen, sie schmecken gar nicht mal so schlecht, eher sehr zitronig. Anschließend sind wir in ein indigenes Dorf gefahren, wo uns ein leckeres Mittagessen und traditionelle Tänze erwarteten. Außerdem konnten wir uns am Spuckrohr probieren, wobei ich allerdings kläglich gescheitert bin.

Blatt, auf dem die Ameisen waren/ Tucan/Wasserfall (Buena vida)

Anschließend sind wir mit einem Kanu den Fluss runter gefahren und als wir ankamen wurden wir mit einem traditionellem Getränk des Dschungels begrüßt, was jedoch sehr bitter schmeckte. Hier gab es die Möglichkeit sich eine Boa constructa um den Hals zu hängen. Ich hatte sehr viel Respekt und musste anschließend lange darüber nachdenken, dass man solche Tiere nicht gefangen halten sollte. Die meiste Zeit muss sie in einer dunklen Kiste bleiben. Relativ schnell verließen wir den Ort und machten uns auf, um Kaimane und ein paar Fische zu beobachten.

Kaiman/Katja mit der Boa constructa/Ich im Kanu

Zum Schluss schaukelten wir noch an einer Liane. Ich hätte es den ganzen Tag machen können, aber die Tour hatte auch irgendwann ein Ende.

Vorgestern machte ich mich dann mit Sara, einer Freundin aus Deutschland, auf nach Tena. Von Ambato aus sind es ca vier Stunden Fahrt und so entschieden wir uns, erst am zweiten Tag Tena richtig erkunden zu gehen. Geplant war der Parque Amazonicó und die Laguna azul. Aufgrund des ständigen Regens beließen wir es dann aber bei ersterem. Da unser Auge nicht so geschult ist wie das der Dschungelguides, sahen wir nicht sonderlich viel, außer der wunderschönen Natur und einem beeidruckend großen Schmetterling. Danach schauten wir uns den Karnevalsumzug in der Stadt an und wurden mit Schaum besprüht. Abends ging es dann wieder zurück nach Ambato, um hier die „Fiestas de los flores y frutas“ zu feiern.

Zwischenbericht (6 Monate)

Instituto de eduacación especial Ambato – Ambato
Zwischenbericht
Projekt
„Es ist unfassbar wie schnell die Zeit vergeht. Wie schnell sie an einem vorbeizieht, ohne dass man es überhaupt richtig bemerkt. Wie schnell sich so unglaublich vieles in so kurzer Zeit verändern kann (…)“ (Autor unbekannt).
Mein erstes in Projekt Quito habe ich mittlerweile beendet.
 In Quito habe ich mit den anderen Freiwilligen in einer Wohngemeinschaft gelebt, jetzt in Ambato lebe ich bei einer Familie, was schon eine Umstellung ist. Über die Vor und Nachteile berichte ich weiter unten.
In meinem neuen Projekt arbeite ich mit Kindern mit körperlicher und geistiger Behinderung.
Die ersten zwei Monate habe ich in den verschiedenen Klassen geholfen, um ein Gespür für den Umgang für Kinder mit Behinderung zu kriegen und mir klar werden zu können, was genau ich machen möchte. Das hat mir auch sehr geholfen, da so gut wie alle meine Arbeitskollegen mir viel zeigen und über die Hintergründe der Kinder erzählen konnten.  Der Zusammenhalt und die Unterstützung der anderen Freiwilligen hat mir geholfen, mich schnell einzufinden.
Wenn eine Lehrperson krank oder verhindert ist, dann helfe ich auch in den Klassen, wo dann Arbeiten wie Windelwechseln oder Kinder zur Toilette begleiten, Kindern beim Umziehen helfen, mit den Kindern spielen, Zahlen und Buchstaben üben oder beim Mittagessen helfen, anstehen. Außerdem lernt man die Kinder viel besser kennen, wenn man für einen längeren Zeitraum in einer Klasse hilft.
Unsere Direktorin ist eine  freundliche Person und ich weiß es sehr zu schätzen, dass sie uns die Möglichkeiten gibt unsere Ideen einzubringen und umzusetzen. Wenn man ihr konkrete Vorschläge unterbreitet, ist Sie sehr aufgeschlossen. So durfte ich mir meinen Stundenplan selber zusammenstellen und leite nun ein Tanzprojekt, darf in der Wassertherapie helfen und bereite momentan mit einer anderen Freiwilligen, sowie den Kindern, ein Theaterstück vor.
So langsam fühle ich mich hier wirklich aufgenommen. Mittlerweile werde ich auch schon von vielen Kindern fröhlich begrüßt und von manchen Lehrpersonen herzlich zur Begrüßung umarmt. Und in den Momenten, wenn ich mit den Kindern gemeinsam lache, habe ich das Gefühl etwas zum Projekt beitragen zu können, aber auch, dass mir die Kinder eine Menge beibringen und einem so viel zurückgeben. Allerdings ist es noch immer schwierig für mich, wenn ich alleine die Aufsicht für eine Klasse habe, da die Kinder mehr auf ihre Klassenlehrer/innen hören. Desweiteren hoffe ich, eine schöne Theateraufführung mit den Kindern auf die Beine zu stellen. Im Bereich der Wassertherapie möchte ich Wissen ansammeln, um am Ende der sechs Monate die Übungen größtenteils alleine mit den Schülern machen zu können.

Ich, während ich mit den Kindern ein wenig tanze.

Gastfamilie und Freunde
Ebenso wie mein Arbeitsplatz hat sich auch meine Gastsituation geändert. Vorher habe ich in einer WG gewohnt und nun lebe ich mit einer Gastfamilie zusammen. Es ist anders, als ich es mir vorgestellt habe, und anfangs habe ich mich ein wenig einsam gefühlt. Ich hatte nicht mehr ständig meine Freunde um mich herum und anfangs nach der Arbeit auch nicht wirklich etwas zu tun. Doch dann habe ich angefangen mich regelmäßig mit den anderen beiden Freiwilligen aus meinem Projekt zu treffen. Zusammen haben  wir einen Salsa Kurs besucht und sind abends in Ambato ausgegangen.
Hier haben wir sehr schnell Kontakt zu den Ecuadorianern aufbauen können. Jedoch kommen mir die Freundschaften zu den Ecuadorianern (zumindest im Moment noch) relativ oberflächlich vor und besonders zu Männern ist es schwierig eine reine Freundschaft aufzubauen, da die meisten dann doch mehr von einem wollen. Allerddings sind die Busfahrten hier selten langweilig, da man sehr schnell mit seinem Sitznachbar ins Gespräch kommt.
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Ari und ich.

Wahrnehmung meines Gastlandes

Was mir am meisten aufgefallen ist, dass hier auf Ausländer deutlich positiver reagiert wird als in anderen Ländern. Besonders in Deutschland ist die Stimmung in diesem Zusammenhang zur Zeit leider anders. Erstaunt war ich allerdings darüber ,dass Ecuadorianer mich vor anderen Ecuadorianern warnen, da man als Ausländerin gerne einmal über den Tisch gezogen wird.

Was jedoch auffällig ist, dass viele schlecht über die Indiginas sprechen. Ich selbst konnte mir über sie noch kein Urteil bilden, da ich noch nicht mit Vielen geredet habe und noch nicht Vielen begegnet bin.

Hier scheint noch stärker eineRollenverteilung vorzuliegen und die Frauen sind hier oft das schwächere Geschlecht, es gibt Hochzeiten in recht jungem Alter und Scheidungen sind hier deutlich seltener.
Das Vorurteil, dass es hier nur Reis und Bohnen gibt, ist definitiv falsch. Zumindest in meiner Gastfamilie gibt es sehr vielfältiges Essen. Auch in den Geschäften kann man viele verschiedene und auch importierte Produkte kaufen.
 Auch habe ich das Gefühl, dass hier mehr mit anderen geteilt wird (zum Beispiel Getränke), als in Deutschland und das in dem anfänglichen Chaos der ganzen Busse ein System steckt. Ebenfalls habe ich mit sehr viel mehr Armut und Bettlern auf der Straße gerechnet.
Zu der Wahrnehmung der Landschaft kann ich nur sagen, dass mich Ecuador immer wieder aufs Neue fasziniert und ich gar nicht weiß, ob ich es noch schaffen werde, alles zu sehen, was ich sehen möchte.
“Tourists don’t know where they’ve been, travelers don’t know where they’re going.” – Paul Theroux

Dreimonatsbericht

Anreise:

Hallo liebe zukünftigen Freiwillige,

Ihr seid nun in der Situation in der ich vor einigen Monaten noch war. Entweder ihr entscheidet euch gerade noch für ein Land oder eure Wahl ist bereits auf Ecuador gefallen, vielleicht habt ihr sogar schon euer Projekt. Das alles ist eine aufregende Zeit!

In den ersten Tagen nach meiner Ankunft habe ich mich oft noch recht einsam gefühlt, obwohl ich noch zusammen mit den anderen Freiwilligen auf einem Vorbereitungsseminar in Quito war und mit ihnen sehr viel reden konnte. Aber ich war auch nervös und wollte so schnell wie möglich in mein Projekt und die anderen Mitfreiwilligen (aus den USA) kennenlernen. Die ersten Tage schienen sehr langsam zu verstreichen, doch jetzt frage ich mich, wo die ganze Zeit geblieben ist.  Ich würde euch raten, jede Chance zu nutzen, um zu Reisen und die Vielfalt zu sehen, die Ecuador zu bieten hat.

Freunde und Erwartungen

Ich habe hier sehr schnell Freunde gefunden, allerdings größtenteils andere VASE/ ICJA Freiwillige, mit denen ich viel unternehmen kann. Auch mit meinen Mitbewohnern verstehe ich mich gut und mir gefällt es, dass man im CMT Spanisch und Englisch lernen kann. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es länger dauert Spanisch zu lernen, da viele es zu anstrengend finden auch in ihrer Freizeit Spanisch zu sprechen. Auch hatte ich anfangs das Gefühl nur sehr wenig von der ecuadorianischen Kultur mitzubekommen und eher in den USA zu sein, was nicht das war was ich wollte. Was mir auch aufgefallen ist, dass wir hier mit unterschiedlichen Erwartungen hingekommen sind. Während für meine MitbewohnerInnen aus den USA der Dienst am Nächsten im Vordergrund steht, ist für die anderen VASE Freiwilligen der kulturelle Austausch und auch einheimische Freunde wichtig, da wir Ecuador kennenlernen möchten. Was es aber über das CMT zu sagen gibt ist, dass man hier wirklich gebraucht wird, aber es keine einfache Arbeit ist. An einigen unsere Tage arbeiten wir von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends und danach bereiten wir noch den Unterricht vor, was ziemlich anstrengend sein kann. Im Gegenzug gibt es auch viele Freiheiten, die man woanders nicht hat (wie beispielsweise das Übernachten von Freundinnen).

Aufgaben im Projekt

Anfangs habe ich mir gesagt, dass ich mir das Projekt zunächst anschaue und gucke, ob ich die Arbeit meistere oder nicht. Mein Mitbewohner hat dazu gesagt „Immer wenn man mit Menschen zu tun hat, ist es keine Arbeit, es sind schließlich Menschen“. Ich bewundere ihn für seine Einstellung und seine Kraft, aber ich war meistens total geschafft am Ende des Tages und habe nach einem Gespräch mit meiner Chefin beschlossen, dass es das Beste für mich ist, wenn ich das Projekt wechsele. Dabei hat mir geholfen, dass wir über einen solchen Fall schon im Vorbereitungscamp in Deutschland gesprochen haben und ich habe lange hin und her überlegt, bis ich diese Entscheidung getroffen habe. Das Jahr soll einem zwar neue Seiten aufzeigen, aber ich glaube, man sollte sich die eigenen Stärken und Schwächen bewusst machen und überlegen, was wirklich gut für einen ist. Ich habe für mich gemerkt, dass mir die morgendlichen Nachhilfestunden sehr viel Spaß machen und ich die Eins-bei-Eins-Arbeit mit den Schülern mag. Ich merke, dass ich sensibler mit meiner Wortwahl werde und einschätzen kann, wie ich die Nachhilfeschüler motiviere. Auch lerne ich hier mehr über die Psychologie und die Leiterin dieses Teils des Projektes ist sehr freundlich zu uns, unterstützt uns und fragt regelmäßig nach unserem Wohlergehen. Und jetzt, wo sie weiß, dass wir das Projekt wechseln, hat sie meine Mitfreiwillige und mich trotzdem eingeladen, sie bald in ihrem Haus zu besuchen. Viele Menschen die ich hier kennengelernt habe scheinen sehr gastfreundlich zu sein und die Eltern mit denen ich geredet habe sind sehr gesprächig, reden aber leider sehr schnell, sodass ich sie ab und zu bremsen muss, um sie zu verstehen. Leider habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass einige der Kinder (Ich arbeite mit Straßenkindern) in ihrem Zuhause Gewalt erfahren. In diesen Momenten überkommt mich oft noch ein Ohnmachtsgefühl und ich würde da gerne mehr machen können, um die Kinder aus dieser Situation rauszuholen.

Vormittags gebe ich Nachhilfe, dann habe ich meine Englischklassen, eine kurze Pause und fahre dann hinüber ins andere Center, in dem ich in Kunst und einer vierten Klasse aushelfe und an anderen Tagen ein „Programa de Chicas“ leite, in dem ich mit den Mädchen Sachen bastle, die wir Freiwilligen anschließend verkaufen sollen, damit die Kinder Geld verdienen können. Zusätzlich haben meine Mitfreiwillige und ich Computerstunden, in denen wir Arbeitskollegen und Eltern beibringen, wie man am Computer schreibt, sowie „Biblioteca“. In den „Biblioteca-Stunden“, lesen wir mit den Kindern, was sich aber als eine Herausforderung herausgestellt hat, da die Kinder lieber Bücherregale erklimmen. Allerdings erleichtert sich die Arbeit, sobald man die Namen der Kinder kennt und auch die Hintergründe der Kinder, denn schließlich hat jedes Verhalten einen Grund. Die größten Störenfriede vom Anfang sind nun meine liebsten Kinder, was vielleicht an den vielen Gesprächen liegt, die ich mit ihnen führte.

Schwierigkeiten im Projekt

Schwierigkeiten habe ich damit, meine neunte Klasse unter Kontrolle zu bringen, da das Lernniveau sehr weit auseinander geht, sodass Schüler sich entweder über-oder unterfordert fühlen. Ich muss schauen, wie ich sie alle auf ein gleiches Lernlevel kriege. Ich bin aber recht froh, dass ich meine Klasse für mich alleine habe, da ich anfangs Co-Unterrichtet habe, mit einer anderen Freiwilligen zusammen und wir ganz andere Unterrichtsmethoden hatten. Man kann zwar von der anderen lernen, aber es ist nicht gut, wenn man sich vor den Kindern nicht einig ist, was jetzt genau die Klassenregeln sind.

Für jeden, der überlegt, LehrerIn zu werden ist dieses Projekt eine sehr gute Vorbereitung. Man lernt sich Durchzusetzen, organisiert zu planen, kreativ zu werden und mit verschieden Schülertypen, sowie Lehrern umzugehen. Das Team hier ist nett und die Klassenlehrer meiner Klassen sind zwar selten da während ich unterrichte, doch wenn ich Hilfe brauche, kann ich auf ihre Hilfe zählen.

 

Entwicklung im Projekt

Anfangs habe ich mich mit allem überfordert gefühlt. Kaum ein Schüler hat getan, was ich gesagt habe, ich war schlecht darin, mich auf Spanisch korrekt auszudrücken, ich wusste nicht, wie ich die Aufmerksamkeit der Schüler auf den Unterricht lenken konnte. Wenn die Leiterin der Nachhilfe mir Aufgaben gegeben hat, musste ich mehrmals nachfragen, um zu wissen, was zu tun ist.

Da ich auch im Projekt lebe hat es für mich eine Weile gebraucht die Regeln nachvollziehen zu können und besonders den Satz, dass wir hier nur „zum Dienen und nicht zur Weiterentwicklung unserer selbst“ seien habe ich abgelehnt. Aber mittlerweile ist es klar, dass man sich durch das Projekt auf jeden Fall weiterentwickelt und während ich mich anfangs noch unwohl gefühlt habe, gehe ich nun gerne zu meinen Klassen, auch weil man meist glücklich von den Kindern empfangen wird und ich eine Bindung zu ihnen hergestellt habe. Sie lieben es Neues auszuprobieren, wie beispielsweise meine Kamera, und ich habe bei einem Ausflug auch viele Fotos gemacht. Allerdings finde ich es wichtig vorher zu fragen, ob es in Ordnung für die Kinder ist fotografiert zu werden. Über dieses Thema haben wir auch in einer unserer wöchentlichen Reflektion nights geredet. Diese ist obligatorisch und Teil des Projektes und der Community.

Gründe des Wechsels

Mittlerweile weiß ich, dass es schwieriger wird das Projekt zu verlassen als ich es mir vorgestellt habe, da die Kinder mir wirklich an mein Herz gewachsen sind. Und auch meine Wohngemeinschaft ist super und man muss sich nie einsam fühlen, da jeder auf den anderen Acht gibt, obwohl es natürlich auch hier Leute gibt, die man mehr oder weniger mag. Aber wie schon oben erwähnt fühlte ich mich eher wie in einer amerikanischen Gesellschaft, was auch Kulturaustausch ist, aber anderer als der den ich mir erhofft hatte. Ich habe auch hier die Chance das Leben der Familien kennenzulernen, aber ich werde eben nicht mit ihnen zusammen leben und wirklich Teil von einer Familie hier sein. Auch hatte ich teilweise das Gefühl, dass unsere Madre sehr negativ von Ecuadorianern denkt und uns auch sagt, dass sie Angst hat, wenn wir ecuadorianische Freunde haben, weil so gut wie alle hier böse Absichten hätten.

Auch kam ich mit den vielen Arbeitsstunden sowie den hohen Anforderungen oder eher der großen Verantwortung nicht so gut zurecht, weil ich die neunte Klasse ganz alleine hatte und die anderen Klassen ab Dezember alleine gehabt hätte. Tests, Klassenarbeiten und mündliche Noten müssen wir selbst geben und ich finde es beängstigend, über die Zukunft eines Schülers entscheiden zu müssen und ihn sitzen zu lassen oder doch noch durch einen Gnadenpunkt passieren lassen, aber dafür riskieren, dass er vielleicht viel zu überfordert ist.

 

Ein weiterer für mich sehr wichtiger Punkt ist, dass ich in diesem Jahr herausfinden möchte, was ich in der Zukunft für einen Beruf erlernen möchte und dabei möchte ich nicht nur darin bestätigt werden, was ich nicht machen möchte, sondern etwas Neues ausprobieren möchte und prüfen, ob dies etwas für mich ist. Deshalb werde ich ab nächstem Monat nach Ambato ziehen und in dem Center „Educacion especial Ambato“ arbeiten.

So wie ihr fange ich die Reise jetzt eigentlich noch einmal von vorne an, mit einer neuer Stadt, einer Familie und einem neuem Projekt. Ich bin sehr aufgeregt deswegen, aber ab jetzt gilt: „Ama la vida“.

Ambato

Buenos dias mis amigos, como estan?..

Da ich jetzt schon eine ganze Weile nichts mehr geschrieben habe, dachte ich, dass es an der Zeit wäre mal wieder etwas von mir hören zu lassen. Und in der letzten Zeit gab es auch einige Veränderungen. Neues Projekt, neue Wohnsituation, neue Stadt. Momentan bin ich mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war mein Projekt zu wechseln, aber noch kenne ich mein neues Projekt nicht. In einer Stunde wird sich das aber ändern und Renato und ich werden mein neues Projekt unter die Lupe nehmen. Es heißt Instituto Especial de Ambato und war in Deutschland mein Wunschprojekt und ich werd dort mit Kindern und Erwachsenen mit Behinderung arbeiten, laut meiner Gastmama größtenteils mit Down-Syndrom. Eine weitere Freiwillige von VASE, Kira, arbeitet auch dort und außerdem ist noch Lara mit im Team. Mit Kira werde ich zusammen ein Musikprojekt leiten, vielleicht stellt sich ja da doch noch raus, dass ich musikalisch bin, auch wenn ich es bezweifle. Für Tipps und Ideen bin ich immer sehr dankbar.

Meine Gastfamilie besteht aus einem älterem Ehepaar und drei Kindern, die allerdings schon ausgezogen sind. Ich hab ein gemütliches Zimmer für mich und sogar ein eigenes Badezimmer und warmes Wasser. Ab Januar werde ich diesen Luxus allerdings mit einer anderen Freiwilligen teilen, welche ebenfalls hier einziehen wird. Zum Frühstück gab es Empanadas und Kaffee. Meine Gasteltern sprechen sehr klar und deutlich, sodass ich sie gut verstehen kann, allerdings bin ich nicht sicher, ob sie gesagt haben, dass wir am Wochenende zusammen zu der Isla de la plata fahren oder sie meinten, dass dies generell besser ist, wenn man es am Wochenende macht. Und ich glaube hier werde ich kleine Chaotin auf jeden Fall super ordentlich werden, da das ganze Haus aufgeräumt ist und meine Gastmama selbst ein genaus Bild davon hat, wie ich mein Bett machen soll. Ich glaube ich habe einige Freiheiten aufgegeben, aber ich bin bis jetzt froh in einer GAstfamilie zu sein, auch wenn ich mich erst einmal an alles gewöhnen muss. In Quito war ich froh endlich zu wissen welcher Bus mich wo hinfährt, hier werde ich mich wohl erstmal ein paar Mal verlaufen.

Wenn alles klappt dann schwinge ich heute Abend das Tanzbein im Salsakurs. Und jetzt wird der Laptop erst einmal weggelegt und Ambato erkundet 🙂

Schulwoche/Otavalo/ Cuicocha

So langsam fange ich an ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man sich die Aufmerksamkeit der Schüler sichern kann. Alle meine Klassen haben sehr viel Energie, die sie irgendwie im Unterricht loswerden müssen. Mit meiner sechsten versuche ich deshalb, sie nach Farbe ihrer Kleidung aufstehen zu lassen und mir bestimmte Gegenstände in der Klasse zu zeigen oder sie andere Aktivitäten ausführen zu lassen. Allerdings habe ich bei einigen Schülern noch immer das Problem mir ihre Namen zu merken. Und das trotz der Namensspiele. Zuerst habe ich es mit einer Sitzordnung versucht, aber die Klassenlehrer setzen die Schüler oft um, also behalte ich ihre Sitzplatzwechel bei. Meine siebte Klasse liebt Musik, Singen und Malen, also versuche ich dies so oft wie möglich in den Unterricht einzubringen. Wenn es allerdings darum geht etwas vor der Klasse vorzuführen sind sie sehr schüchtern, auch wenn sie sonst recht laute Characktere sind. Bei der Pertnerarbeit tritt oft das Problem auf, dass viele nicht mit den anderen zusammenarbeiten wollen.

Als am Freitag die Bibliothek besetzt war, mussten Ari und ich mit unseren Klassen in den Computerraum ausweichen. Auch da wurde deutlich, dass die älteren ungern mit den Jüngeren einen Computer teilen. Ich habe meine Mädels allerdings schon sehr lieb gewonnen und werde auch immer mit einer Umarmung begrüßt. Allerdings mache ich mir Sorgen um eine meine Schülerinen, da sie jeden Tag Nasenbluten hat, aber meine Chefin meint, ich solle mir darüber nicht so viele Gedanken machen, da es im Alter von acht Jahren recht normal wäre. Allerdings verhält die Schülerin sich auch seltsam (Sie will ihr Shampoo trinken und einmal hat sie es auch gemacht und dann fröhlich Seitenblasen geformt), ist sehr abwesend und nicht sehr konzentriert. Allerdings ist mir das Shampoo trinken auch bei anderen Schülern aufgefallen. Was uns den Tag aber etwas erheitert hat, war eine Schülerin, welche in ihrem Stuhl stecken geblieben ist. Ari und ich konnten unser Lachen nicht mehr zurückhalten, auch wenn das nicht sehr nett war. Aber nachdem wir sie aus dem Stuhl befreit hatten, konnte sie auch selbst über sich lachen.

Samstag morgen bin ich dann mit Freunden zusammen nach Otavalo aufgebrochen. Dort haben wir uns den großen Otavalo Mark angeschaut und sind dann mit einem Pick-Up zum Cuicocha gefahren. Dies ist eine Lagune, welche wirklich schön ist. Allerdings ist das Schwimmen dort verboten, da schon viele in diesem See gestorben sind. Dies liegt an den ganzen Algen, in denen man sich verfangen kann. Von anderen haben wir dann aber erfahren, dass es an manchen Stellen doch möglich ist und sogar einmal im Jahr ein Schwimmwettkampf in dieser Lagune stattfindet. Da wir sehr spät dran waren, hätten wir es nicht geschafft vor Einbruch der Dunkelheit (6/7 Uhr) wieder zurückzulaufen, also sind wir früher wieder umgekehrt. Für den ganzen Weg würde man ungefähr 5 Stunden benötigen, was natürlich stark vom Lauftempo abhängt. Abends haben wir uns ein gemütliches Restaurant gesucht und ein vegetarisches Essen genossen. Es ist also vielleicht schwierig als Vegetarierin in Ecuador, aber nicht unmöglich. Allerdings neige ich persönlich dazu hier mehr Fleisch zu essen, weil es hier in meinem Projekt Hauptbestanteil vieler Mahlzeiten ist.

Am nächstem Morgen sind wir nach einem leckerem Frühstück im Hostel (Hostel Otavalo Inn) ein wenig durch die Stadt gelaufen und ich habe ein Messer mit einer sehr schönen Lederhülle gekauft. Ich habe sie mit Hilfe einer Freundin zumindest auf den halben Preis runterhandeln können, aber ich denke, dass man als Ausländerin immer mehr zahlt, als die indigenen Leute. Dann haben wir uns auf den Weg zu den Wasserfällen gemacht. Ich bin ein wenig durch den Fluss gelaufen und habe eine Höhle erkundet. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich am Ende ein weiterer Wasserfall befindet und war total begeistert von diesem Anblick. Das Wasser wurde ein wenig tiefer und es war wie eine kleine Grotte und ein wenig magisch. Als ich später zu meinen Freundien zurückkehrte machten wir uns auf den Weg zu einer Hängebrücke, die ebenfalls einen super Ausblick geboten hat. Man kann diese Schönheit des Landes gar nicht in Bildern wiedergeben. Auch haben wir auf dem Weg eine Gruppe junger Erwachsener aus Kolumbien getroffen und sie haben ein wenig getrommelt und uns zu sich nach Hause eingeladen. Allerdings wurde es langsam Zeit für den Rückweg, also mussten wir ablehnen.

Die Leute in Otavalo wirkten sehr viel entspannter als die Menschen in Quito, da sie viel ruhiger liefen und auch viel mehr lächelten. Aber man trifft überall auf freundliche und weniger freundliche Menschen. Allerdings fand ich es ein wenig überraschend, dass wir als Deutsche oder eher Weiße nichts zahlen mussten in Clubs und einfach durchgewunken wurden. Entweder es ist Gastfreundschaft oder es hat wirklich etwas davon, dass Europäerinen besser sind oder man sich dachte, dass wir eh genug Geld für Getränke ausgeben würden. Aber das sind alles nur Vermutungen.

Auf dem Rückweg traf ich auf meine WG, sodass ich mit ihnen zusammen zurück fahren konnte. Eine halbe Stunde vor unserer Ankunft hatte der Bus allerdings eine Panne und wir liefen eine Viertelstunde zur nächsten Busstation und nahmen dort einen anderen Bus. Kurz darauf waren wir alle wieder wohlbehalten Zuhause.