Traumberuf trotz Behinderung-Ist das möglich?

Vor einigen Wochen gab es bei mir an der Schule einige Vorführungen anlässlich des „día de la lectura“ (7.März). Dieser Tag dient dazu, die Bevölkerung zum Lesen zu motivieren und junge Menschen an Bücher heranzuführen und dadurch ihre Kreativität zu steigern. Der Tag wird zelebriert, indem Geschichten vorgelesen oder Theater aufgeführt werden. Die Klassen sechs bis zwölf haben einige kreative Aufführungen gehabt mit dem Märchen „Rotkäppchen“ (Caperucita Roja) und den Themen „Wie man einen Sandwich zubereitet“ oder „Welche Frucht bin ich?“. Ich selbst habe mit der siebten Klasse einen Tanz zu dem Lied „libre soy“ vorgestellt. Die achte Klasse hat zum Schluss ihre Traumberufe vorgestellt, was mich zu der Frage geführt hat, ob es nicht doch möglich ist, dass sie diese erreichen können. Bei ihren genannten Professionen handelte es sich um: Lehrkraft, Doktor/in, Artist/in in einem Zirkus, Athlet/in, Ko(ö)ch/in und Autorin.

Bei meiner Suche nach Informationen diesbezüglich bin ich auf einige interessante Seiten gestoßen, die ich am Schluss verlinken werde.

Studium:

Mittlerweile gibt es an fast jeder Universität Behindertenbeauftragte, welche den Studierenden bei Formalitäten und schwierig zu bewältigenden Aufgaben helfen. Schwierig bleibt es oft trotzdem, schnell von einem Ort zum nächstem zu kommen, wenn die Menschen von einer Bewegungseinschränkung betroffen sind.

Auch werden Menschen mit Behinderung vor Herausforderungen gestellt, wenn es beispielsweise um Gruppenarbeiten geht und die Betroffene Person taub ist und eine Kommunikation mit den Kommilitonen nicht ohne Schwierigkeiten abläuft. Daher ist hohes Verständnis füreinander gefragt.

Lehrkraft: In Kombination Trisomie 21 und Lehrkraft fällt sehr oft der Name Pablo Pineda. Er ist Europas erster Lehrer mit Down-Syndrom. Dadurch, dass seine Eltern an sein Potenzial geglaubt haben und ihn gefördert haben, gelang ihm sein Abitur und anschließend sein Abschluss an der Universität. Nun ist er Lehrer, was uns zeigt, dass es möglich ist. Allerdings kommt es natürlich auch immer auf den Grad der geistigen Behinderung drauf an. Manche erstaunen einen mit dem, was sie leisten können und bei einigen, in deren Körperzellen das Chromosom 21 nur in wenig vorhanden ist ,wird gesagt, dass sie besonders intelligent seien. Wenn die Kinder durch mehrere Behinderungen gehandicapt sind, dann erschwert es einen Berufseinstieg.

Doktor/in: „Seit dem Jahr 2003 und der Reform der Approbationsordnung dürfen Studenten mit Behinderung (…) nicht mehr grundsätzlich vom Medizinberuf ausgeschlossen werden.“ (https://www.praktischarzt.de/blog/arzt-mit-behinderung-studium-arztberuf/).

Allerdings kann man nicht in allen alle Fachrichtungen im Bereich des Arztes tätig sein , da manche körperliche Einschränkungen dies unmöglich machen.

Artist/in: Gerade MEnschen mit Trisomie 21 sind sehr beweglich, wieso sollten sie nicht in einem Zirkus arbeiten können? Auch Kinder im Rollstuhl können tanzen und Autisten können sehr lustige Situationen herbeiführen.

Athlet/in: Heutzutage gibt es so viele Hilfsmittel, dass man mit einem starken Willen zum Athleten werden kann. Wie erfolgreich man wird, hängt, denke ich, vom Training ab und auch von dem Alter, mit dem man zu trainieren anfängt. Wenn die körperliche Einschrenkung allerdings zu groß ist (In meiner Schule oft bei Zerebralparese), dann würde ich eine ZUkunft als Athlet/in eher als unwahrscheinlich einstufen.

Koch/Köchin: Gebe ich „Koch mit Behinderung“ in die Suchmaschine von Google ein, bekomme ich sehr viele Stellenanzeigen angezeigt. Es gibt einige Projekte, die Kochkurse speziell für Menschen mit Behinderung anbieten und aus einer Leidenschaft kann später auch ein Beruf werden.

Autor/in: MIch persönlich interessieren die Gedankengänge anderer Menschen sehr und ich finde es interessant, Geschichten meiner Schüler zu hören. Vieles drücken sie schöner aus, in anderen Sachen sind sie hingegen sehr viel direkter. Besonders Kinder sind sehr fantasievoll und sollten dies auf Papier bringen können. Hinzu kommt, dass es bereits Autoren mit Behinderungen gibt. Allerdings werden einige wohl Unterstützung von ihrern Mitmenschen benötigen, die intensiv das Lesen und Schreiben mit ihnen üben oder selbst für sie sie Geschichten aufschreiben.

An der Schule, an der ich meinen Freiwilligendienst leiste können vier der Schüler lesen, deutlich mehr jedoch ihren Nmen schreiben.

Wie immer freue ich mich über Kommentare. Zum Beispiel frage ich mich, ob ihr zu einem Arzt mit Behinderung gehen würdet oder ob ihr ihm/ihr nicht so viel zutrauen würdet?

https://www.praktischarzt.de/blog/arzt-mit-behinderung-studium-arztberuf/

http://leidmedien.de/aktuelles/lehren-mit-trisomie-21-downsyndrom-portraets-international/

http://www.focus.de/wissen/natur/bildung-die-unmoegliche-karriere_aid_198391.html

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1 Kommentar zu „Traumberuf trotz Behinderung-Ist das möglich?“

  1. Als Antwort auf deine Frage bezüglich des Arztbesuches: Ich finde es super schwierig, dass so pauschal zu netsceiden. Generell würde ich mir meine Ärzt*In danach aussuchen, wie sie mit mir umgeht, ob sie meine Bedenken bzw. mein Gesundheitsproblem ernst nimmt und wie empathisch sie ist. Selbstreden muss die Person die medizinische Kompetenz vorweisen, damit ich ihr Vertrauen schenke. Und das würde ich nicht pauschal davon abhängig machen,ob diese Person eine Behinderung hat oder nicht. Denn schließlich würde ich davon ausgehen, dass diese Person die Ausbildung und die Prüfungen zurecht erfolgreich absolviert hat und vollwertig in ihrem Beruf arbeiten kann.
    Auch in Bezug auf den Sport bin ich sehr sehr optimistisch: Schau allein mal, was die Athlet*Innen bei den Paralympics schaffen. Eine gute Freundin von mir sitzt im Rollstuhl und spielt z.B. professionell Tischtennis.
    Klar gibt es immer Dinge, die dich in gewisser Weise einschränken, aber das ist bei dir und mir genauso..nur wird es nicht als Behinderung bezeichnet, wenn ich z.B. nicht gut werfen kann. Es ist völlig klar, dass für viele Dinge Hilfsmittel oder eine Assistenz benötigt wird, aber das sollte meiner Meinung nach selbstverständlich sein und wir sollten aufhören, die Mündigkeit von Menschen mit Behinderung in Frage zu stellen.
    ‚Behinderung‘ ist letztendlich auch nur ein Label, ein soziales Konstrukt und hat viel mit Wahrnehmung und Perspektive zu tun. Durch Begegnung und v.a. Kommunikation kann sehr viel Bewusstsein geschaffen werden. Vielleicht sollten wir auf aufhören, uns darüber zu Sorgen bzw. ein Urteil darüber zu bilden, ob jemand etwas kann oder nicht, sondern mit der Person darüber sprechen, was sie denkt und welche Möglichkeiten sie für sich sieht.
    Für eine wahrhaftige Chancengleichheit müssen Barrieren abgeschafft und umfassende Unterstützungsangebote geschaffen werden; allerdings nicht über den Kopf derjenigen hinweg, die davon profitieren sollen/wollen.
    Eine Behinderung ist nicht das Problem, sondern der Umgang damit.

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