Dreimonatsbericht

Anreise:

Hallo liebe zukünftigen Freiwillige,

Ihr seid nun in der Situation in der ich vor einigen Monaten noch war. Entweder ihr entscheidet euch gerade noch für ein Land oder eure Wahl ist bereits auf Ecuador gefallen, vielleicht habt ihr sogar schon euer Projekt. Das alles ist eine aufregende Zeit!

In den ersten Tagen nach meiner Ankunft habe ich mich oft noch recht einsam gefühlt, obwohl ich noch zusammen mit den anderen Freiwilligen auf einem Vorbereitungsseminar in Quito war und mit ihnen sehr viel reden konnte. Aber ich war auch nervös und wollte so schnell wie möglich in mein Projekt und die anderen Mitfreiwilligen (aus den USA) kennenlernen. Die ersten Tage schienen sehr langsam zu verstreichen, doch jetzt frage ich mich, wo die ganze Zeit geblieben ist.  Ich würde euch raten, jede Chance zu nutzen, um zu Reisen und die Vielfalt zu sehen, die Ecuador zu bieten hat.

Freunde und Erwartungen

Ich habe hier sehr schnell Freunde gefunden, allerdings größtenteils andere VASE/ ICJA Freiwillige, mit denen ich viel unternehmen kann. Auch mit meinen Mitbewohnern verstehe ich mich gut und mir gefällt es, dass man im CMT Spanisch und Englisch lernen kann. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es länger dauert Spanisch zu lernen, da viele es zu anstrengend finden auch in ihrer Freizeit Spanisch zu sprechen. Auch hatte ich anfangs das Gefühl nur sehr wenig von der ecuadorianischen Kultur mitzubekommen und eher in den USA zu sein, was nicht das war was ich wollte. Was mir auch aufgefallen ist, dass wir hier mit unterschiedlichen Erwartungen hingekommen sind. Während für meine MitbewohnerInnen aus den USA der Dienst am Nächsten im Vordergrund steht, ist für die anderen VASE Freiwilligen der kulturelle Austausch und auch einheimische Freunde wichtig, da wir Ecuador kennenlernen möchten. Was es aber über das CMT zu sagen gibt ist, dass man hier wirklich gebraucht wird, aber es keine einfache Arbeit ist. An einigen unsere Tage arbeiten wir von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends und danach bereiten wir noch den Unterricht vor, was ziemlich anstrengend sein kann. Im Gegenzug gibt es auch viele Freiheiten, die man woanders nicht hat (wie beispielsweise das Übernachten von Freundinnen).

Aufgaben im Projekt

Anfangs habe ich mir gesagt, dass ich mir das Projekt zunächst anschaue und gucke, ob ich die Arbeit meistere oder nicht. Mein Mitbewohner hat dazu gesagt „Immer wenn man mit Menschen zu tun hat, ist es keine Arbeit, es sind schließlich Menschen“. Ich bewundere ihn für seine Einstellung und seine Kraft, aber ich war meistens total geschafft am Ende des Tages und habe nach einem Gespräch mit meiner Chefin beschlossen, dass es das Beste für mich ist, wenn ich das Projekt wechsele. Dabei hat mir geholfen, dass wir über einen solchen Fall schon im Vorbereitungscamp in Deutschland gesprochen haben und ich habe lange hin und her überlegt, bis ich diese Entscheidung getroffen habe. Das Jahr soll einem zwar neue Seiten aufzeigen, aber ich glaube, man sollte sich die eigenen Stärken und Schwächen bewusst machen und überlegen, was wirklich gut für einen ist. Ich habe für mich gemerkt, dass mir die morgendlichen Nachhilfestunden sehr viel Spaß machen und ich die Eins-bei-Eins-Arbeit mit den Schülern mag. Ich merke, dass ich sensibler mit meiner Wortwahl werde und einschätzen kann, wie ich die Nachhilfeschüler motiviere. Auch lerne ich hier mehr über die Psychologie und die Leiterin dieses Teils des Projektes ist sehr freundlich zu uns, unterstützt uns und fragt regelmäßig nach unserem Wohlergehen. Und jetzt, wo sie weiß, dass wir das Projekt wechseln, hat sie meine Mitfreiwillige und mich trotzdem eingeladen, sie bald in ihrem Haus zu besuchen. Viele Menschen die ich hier kennengelernt habe scheinen sehr gastfreundlich zu sein und die Eltern mit denen ich geredet habe sind sehr gesprächig, reden aber leider sehr schnell, sodass ich sie ab und zu bremsen muss, um sie zu verstehen. Leider habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass einige der Kinder (Ich arbeite mit Straßenkindern) in ihrem Zuhause Gewalt erfahren. In diesen Momenten überkommt mich oft noch ein Ohnmachtsgefühl und ich würde da gerne mehr machen können, um die Kinder aus dieser Situation rauszuholen.

Vormittags gebe ich Nachhilfe, dann habe ich meine Englischklassen, eine kurze Pause und fahre dann hinüber ins andere Center, in dem ich in Kunst und einer vierten Klasse aushelfe und an anderen Tagen ein „Programa de Chicas“ leite, in dem ich mit den Mädchen Sachen bastle, die wir Freiwilligen anschließend verkaufen sollen, damit die Kinder Geld verdienen können. Zusätzlich haben meine Mitfreiwillige und ich Computerstunden, in denen wir Arbeitskollegen und Eltern beibringen, wie man am Computer schreibt, sowie „Biblioteca“. In den „Biblioteca-Stunden“, lesen wir mit den Kindern, was sich aber als eine Herausforderung herausgestellt hat, da die Kinder lieber Bücherregale erklimmen. Allerdings erleichtert sich die Arbeit, sobald man die Namen der Kinder kennt und auch die Hintergründe der Kinder, denn schließlich hat jedes Verhalten einen Grund. Die größten Störenfriede vom Anfang sind nun meine liebsten Kinder, was vielleicht an den vielen Gesprächen liegt, die ich mit ihnen führte.

Schwierigkeiten im Projekt

Schwierigkeiten habe ich damit, meine neunte Klasse unter Kontrolle zu bringen, da das Lernniveau sehr weit auseinander geht, sodass Schüler sich entweder über-oder unterfordert fühlen. Ich muss schauen, wie ich sie alle auf ein gleiches Lernlevel kriege. Ich bin aber recht froh, dass ich meine Klasse für mich alleine habe, da ich anfangs Co-Unterrichtet habe, mit einer anderen Freiwilligen zusammen und wir ganz andere Unterrichtsmethoden hatten. Man kann zwar von der anderen lernen, aber es ist nicht gut, wenn man sich vor den Kindern nicht einig ist, was jetzt genau die Klassenregeln sind.

Für jeden, der überlegt, LehrerIn zu werden ist dieses Projekt eine sehr gute Vorbereitung. Man lernt sich Durchzusetzen, organisiert zu planen, kreativ zu werden und mit verschieden Schülertypen, sowie Lehrern umzugehen. Das Team hier ist nett und die Klassenlehrer meiner Klassen sind zwar selten da während ich unterrichte, doch wenn ich Hilfe brauche, kann ich auf ihre Hilfe zählen.

 

Entwicklung im Projekt

Anfangs habe ich mich mit allem überfordert gefühlt. Kaum ein Schüler hat getan, was ich gesagt habe, ich war schlecht darin, mich auf Spanisch korrekt auszudrücken, ich wusste nicht, wie ich die Aufmerksamkeit der Schüler auf den Unterricht lenken konnte. Wenn die Leiterin der Nachhilfe mir Aufgaben gegeben hat, musste ich mehrmals nachfragen, um zu wissen, was zu tun ist.

Da ich auch im Projekt lebe hat es für mich eine Weile gebraucht die Regeln nachvollziehen zu können und besonders den Satz, dass wir hier nur „zum Dienen und nicht zur Weiterentwicklung unserer selbst“ seien habe ich abgelehnt. Aber mittlerweile ist es klar, dass man sich durch das Projekt auf jeden Fall weiterentwickelt und während ich mich anfangs noch unwohl gefühlt habe, gehe ich nun gerne zu meinen Klassen, auch weil man meist glücklich von den Kindern empfangen wird und ich eine Bindung zu ihnen hergestellt habe. Sie lieben es Neues auszuprobieren, wie beispielsweise meine Kamera, und ich habe bei einem Ausflug auch viele Fotos gemacht. Allerdings finde ich es wichtig vorher zu fragen, ob es in Ordnung für die Kinder ist fotografiert zu werden. Über dieses Thema haben wir auch in einer unserer wöchentlichen Reflektion nights geredet. Diese ist obligatorisch und Teil des Projektes und der Community.

Gründe des Wechsels

Mittlerweile weiß ich, dass es schwieriger wird das Projekt zu verlassen als ich es mir vorgestellt habe, da die Kinder mir wirklich an mein Herz gewachsen sind. Und auch meine Wohngemeinschaft ist super und man muss sich nie einsam fühlen, da jeder auf den anderen Acht gibt, obwohl es natürlich auch hier Leute gibt, die man mehr oder weniger mag. Aber wie schon oben erwähnt fühlte ich mich eher wie in einer amerikanischen Gesellschaft, was auch Kulturaustausch ist, aber anderer als der den ich mir erhofft hatte. Ich habe auch hier die Chance das Leben der Familien kennenzulernen, aber ich werde eben nicht mit ihnen zusammen leben und wirklich Teil von einer Familie hier sein. Auch hatte ich teilweise das Gefühl, dass unsere Madre sehr negativ von Ecuadorianern denkt und uns auch sagt, dass sie Angst hat, wenn wir ecuadorianische Freunde haben, weil so gut wie alle hier böse Absichten hätten.

Auch kam ich mit den vielen Arbeitsstunden sowie den hohen Anforderungen oder eher der großen Verantwortung nicht so gut zurecht, weil ich die neunte Klasse ganz alleine hatte und die anderen Klassen ab Dezember alleine gehabt hätte. Tests, Klassenarbeiten und mündliche Noten müssen wir selbst geben und ich finde es beängstigend, über die Zukunft eines Schülers entscheiden zu müssen und ihn sitzen zu lassen oder doch noch durch einen Gnadenpunkt passieren lassen, aber dafür riskieren, dass er vielleicht viel zu überfordert ist.

 

Ein weiterer für mich sehr wichtiger Punkt ist, dass ich in diesem Jahr herausfinden möchte, was ich in der Zukunft für einen Beruf erlernen möchte und dabei möchte ich nicht nur darin bestätigt werden, was ich nicht machen möchte, sondern etwas Neues ausprobieren möchte und prüfen, ob dies etwas für mich ist. Deshalb werde ich ab nächstem Monat nach Ambato ziehen und in dem Center „Educacion especial Ambato“ arbeiten.

So wie ihr fange ich die Reise jetzt eigentlich noch einmal von vorne an, mit einer neuer Stadt, einer Familie und einem neuem Projekt. Ich bin sehr aufgeregt deswegen, aber ab jetzt gilt: „Ama la vida“.

Ambato

Buenos dias mis amigos, como estan?..

Da ich jetzt schon eine ganze Weile nichts mehr geschrieben habe, dachte ich, dass es an der Zeit wäre mal wieder etwas von mir hören zu lassen. Und in der letzten Zeit gab es auch einige Veränderungen. Neues Projekt, neue Wohnsituation, neue Stadt. Momentan bin ich mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war mein Projekt zu wechseln, aber noch kenne ich mein neues Projekt nicht. In einer Stunde wird sich das aber ändern und Renato und ich werden mein neues Projekt unter die Lupe nehmen. Es heißt Instituto Especial de Ambato und war in Deutschland mein Wunschprojekt und ich werd dort mit Kindern und Erwachsenen mit Behinderung arbeiten, laut meiner Gastmama größtenteils mit Down-Syndrom. Eine weitere Freiwillige von VASE, Kira, arbeitet auch dort und außerdem ist noch Lara mit im Team. Mit Kira werde ich zusammen ein Musikprojekt leiten, vielleicht stellt sich ja da doch noch raus, dass ich musikalisch bin, auch wenn ich es bezweifle. Für Tipps und Ideen bin ich immer sehr dankbar.

Meine Gastfamilie besteht aus einem älterem Ehepaar und drei Kindern, die allerdings schon ausgezogen sind. Ich hab ein gemütliches Zimmer für mich und sogar ein eigenes Badezimmer und warmes Wasser. Ab Januar werde ich diesen Luxus allerdings mit einer anderen Freiwilligen teilen, welche ebenfalls hier einziehen wird. Zum Frühstück gab es Empanadas und Kaffee. Meine Gasteltern sprechen sehr klar und deutlich, sodass ich sie gut verstehen kann, allerdings bin ich nicht sicher, ob sie gesagt haben, dass wir am Wochenende zusammen zu der Isla de la plata fahren oder sie meinten, dass dies generell besser ist, wenn man es am Wochenende macht. Und ich glaube hier werde ich kleine Chaotin auf jeden Fall super ordentlich werden, da das ganze Haus aufgeräumt ist und meine Gastmama selbst ein genaus Bild davon hat, wie ich mein Bett machen soll. Ich glaube ich habe einige Freiheiten aufgegeben, aber ich bin bis jetzt froh in einer GAstfamilie zu sein, auch wenn ich mich erst einmal an alles gewöhnen muss. In Quito war ich froh endlich zu wissen welcher Bus mich wo hinfährt, hier werde ich mich wohl erstmal ein paar Mal verlaufen.

Wenn alles klappt dann schwinge ich heute Abend das Tanzbein im Salsakurs. Und jetzt wird der Laptop erst einmal weggelegt und Ambato erkundet 🙂

Schulwoche/Otavalo/ Cuicocha

So langsam fange ich an ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man sich die Aufmerksamkeit der Schüler sichern kann. Alle meine Klassen haben sehr viel Energie, die sie irgendwie im Unterricht loswerden müssen. Mit meiner sechsten versuche ich deshalb, sie nach Farbe ihrer Kleidung aufstehen zu lassen und mir bestimmte Gegenstände in der Klasse zu zeigen oder sie andere Aktivitäten ausführen zu lassen. Allerdings habe ich bei einigen Schülern noch immer das Problem mir ihre Namen zu merken. Und das trotz der Namensspiele. Zuerst habe ich es mit einer Sitzordnung versucht, aber die Klassenlehrer setzen die Schüler oft um, also behalte ich ihre Sitzplatzwechel bei. Meine siebte Klasse liebt Musik, Singen und Malen, also versuche ich dies so oft wie möglich in den Unterricht einzubringen. Wenn es allerdings darum geht etwas vor der Klasse vorzuführen sind sie sehr schüchtern, auch wenn sie sonst recht laute Characktere sind. Bei der Pertnerarbeit tritt oft das Problem auf, dass viele nicht mit den anderen zusammenarbeiten wollen.

Als am Freitag die Bibliothek besetzt war, mussten Ari und ich mit unseren Klassen in den Computerraum ausweichen. Auch da wurde deutlich, dass die älteren ungern mit den Jüngeren einen Computer teilen. Ich habe meine Mädels allerdings schon sehr lieb gewonnen und werde auch immer mit einer Umarmung begrüßt. Allerdings mache ich mir Sorgen um eine meine Schülerinen, da sie jeden Tag Nasenbluten hat, aber meine Chefin meint, ich solle mir darüber nicht so viele Gedanken machen, da es im Alter von acht Jahren recht normal wäre. Allerdings verhält die Schülerin sich auch seltsam (Sie will ihr Shampoo trinken und einmal hat sie es auch gemacht und dann fröhlich Seitenblasen geformt), ist sehr abwesend und nicht sehr konzentriert. Allerdings ist mir das Shampoo trinken auch bei anderen Schülern aufgefallen. Was uns den Tag aber etwas erheitert hat, war eine Schülerin, welche in ihrem Stuhl stecken geblieben ist. Ari und ich konnten unser Lachen nicht mehr zurückhalten, auch wenn das nicht sehr nett war. Aber nachdem wir sie aus dem Stuhl befreit hatten, konnte sie auch selbst über sich lachen.

Samstag morgen bin ich dann mit Freunden zusammen nach Otavalo aufgebrochen. Dort haben wir uns den großen Otavalo Mark angeschaut und sind dann mit einem Pick-Up zum Cuicocha gefahren. Dies ist eine Lagune, welche wirklich schön ist. Allerdings ist das Schwimmen dort verboten, da schon viele in diesem See gestorben sind. Dies liegt an den ganzen Algen, in denen man sich verfangen kann. Von anderen haben wir dann aber erfahren, dass es an manchen Stellen doch möglich ist und sogar einmal im Jahr ein Schwimmwettkampf in dieser Lagune stattfindet. Da wir sehr spät dran waren, hätten wir es nicht geschafft vor Einbruch der Dunkelheit (6/7 Uhr) wieder zurückzulaufen, also sind wir früher wieder umgekehrt. Für den ganzen Weg würde man ungefähr 5 Stunden benötigen, was natürlich stark vom Lauftempo abhängt. Abends haben wir uns ein gemütliches Restaurant gesucht und ein vegetarisches Essen genossen. Es ist also vielleicht schwierig als Vegetarierin in Ecuador, aber nicht unmöglich. Allerdings neige ich persönlich dazu hier mehr Fleisch zu essen, weil es hier in meinem Projekt Hauptbestanteil vieler Mahlzeiten ist.

Am nächstem Morgen sind wir nach einem leckerem Frühstück im Hostel (Hostel Otavalo Inn) ein wenig durch die Stadt gelaufen und ich habe ein Messer mit einer sehr schönen Lederhülle gekauft. Ich habe sie mit Hilfe einer Freundin zumindest auf den halben Preis runterhandeln können, aber ich denke, dass man als Ausländerin immer mehr zahlt, als die indigenen Leute. Dann haben wir uns auf den Weg zu den Wasserfällen gemacht. Ich bin ein wenig durch den Fluss gelaufen und habe eine Höhle erkundet. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich am Ende ein weiterer Wasserfall befindet und war total begeistert von diesem Anblick. Das Wasser wurde ein wenig tiefer und es war wie eine kleine Grotte und ein wenig magisch. Als ich später zu meinen Freundien zurückkehrte machten wir uns auf den Weg zu einer Hängebrücke, die ebenfalls einen super Ausblick geboten hat. Man kann diese Schönheit des Landes gar nicht in Bildern wiedergeben. Auch haben wir auf dem Weg eine Gruppe junger Erwachsener aus Kolumbien getroffen und sie haben ein wenig getrommelt und uns zu sich nach Hause eingeladen. Allerdings wurde es langsam Zeit für den Rückweg, also mussten wir ablehnen.

Die Leute in Otavalo wirkten sehr viel entspannter als die Menschen in Quito, da sie viel ruhiger liefen und auch viel mehr lächelten. Aber man trifft überall auf freundliche und weniger freundliche Menschen. Allerdings fand ich es ein wenig überraschend, dass wir als Deutsche oder eher Weiße nichts zahlen mussten in Clubs und einfach durchgewunken wurden. Entweder es ist Gastfreundschaft oder es hat wirklich etwas davon, dass Europäerinen besser sind oder man sich dachte, dass wir eh genug Geld für Getränke ausgeben würden. Aber das sind alles nur Vermutungen.

Auf dem Rückweg traf ich auf meine WG, sodass ich mit ihnen zusammen zurück fahren konnte. Eine halbe Stunde vor unserer Ankunft hatte der Bus allerdings eine Panne und wir liefen eine Viertelstunde zur nächsten Busstation und nahmen dort einen anderen Bus. Kurz darauf waren wir alle wieder wohlbehalten Zuhause.

Segunda sermana en la escuela

Nun bin ich seit fünf Wochen in Ecuador, doch es ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Aber ich schätze, dass das normal ist und man mehr Zeit braucht, um sich wirklich einzugewöhnen und einzuleben. Deswegen ist auch die Frage, ob ich nach zwei Wochen schon sagen kann, ob es das richtige Projekt für mich ist. Ich habe die Einstellung, dass man zumindest erst einmal versuchen muss, wie es mit der Zeit ist und ob es Veränderungen gibt. Das Projekt ist jetzt auch nicht schlimm, aber ich merke immer mehr, dass es nicht das ist, was ich machen  wollte und dass ich mich überfordert fühle. Die Arbeitszeiten sind an sich in Ordnung, da ich von 8-17/18 Uhr arbeite, aber dazu kommt dann die Vorbereitungszeit für den Unterricht, sodass man keine wirkliche Zeit mehr hat eine Freizeitaktivität zu machen. Natürlich sind da die Wochenenden, an denen man etwas unternehmen kann, aber, wie eine andere Freiwillige gut ausgedrückt hat, ist man an den Wochenenden recht müde und dass sie nicht für die Wochenenden leben möchte. Sie hat das Projekt auch schon verlassen, wobei ich dies nach kurzer Zeit etwas früh fand, allerdings geht es ihr jetzt sehr viel besser. Ich möchte auf jeden Fall etwas Regelmäßiges machen, um auch mit ecuadorianischen Jugendlichen in Kontakt zu kommen, die einen nicht nur mögen, da man Europäerin ist und einem auch noch mehr von Ecuador zeigen können. Denn in einem Auslandsjahr möchte man schon die indigene Bevölkerung besser kennen lernen.

Die Wohnsituation ist hier sehr gut, man kann wirklich sagen, dass wir im Luxus leben, aber ich habe nicht das Gefühl wirklich in die ecuadorianische Kultur eintauchen zu können, da wir hier zum Großteil mit Amerikanern zusammenleben. Diese sind auch alle wirklich nett, aber es ist nicht die Kultur, die man primär kennenlernen wollte. Hier ist es natürlich ein großer Vorteil, dass man gleich zwei Sprachen verbessern kann. Um allerdings Spanisch möglichst schnell zu lernen, würde ich es am liebsten den ganzen Tag sprechen und auch Menschen um mich haben, die es bereits korrekt beherrschen. Doch uns wurde gesagt, dass wir die anderen nicht zwingen können Spanisch zu reden, da abends Zeit zum entspannen ist und dies zu anstrengend wäre. Doch wenn wir das erneut ansprechen, würden vielleicht mehr dabei mitmachen. Abgesehen von der Sprache wollte ich auch mal was anderes sehen als das, was ich schon seit Jahren kenne und hier habe ich sogar ein größeres Zimmer als Zuhause. Einige werden sagen, dass man doch einfach froh darüber sein soll, aber ich zumindest möchte hier ein „zweites Zuhause“ und eine „Zweite Familie“ finden, die ich später gerne wiedersehen möchte. Und ich möchte lernen auf etwas verzichten zu können und zu sehen, dass man eben auch mit wenig glücklich sein kann. Andererseits steht es im Konflikt damit, dass ich lernen möchte, geduldig zu sein und ein Projektwechsel wäre das Gegenteil davon.  Aber wie gesagt, mir erscheint es, als würde es sehr schwierig werden eine andere Mentalität kennen zu lernen. Andere Freiwillige dieses Projektes haben gesagt, dass bei ihnen der Kulturaustausch über die Familien der Schüler stattgefunden hat und sie diese auch besucht hat. Aber momentan sehe ich das Projekt als Arbeit und Arbeit und Freizeit möchte ich ungern vermischen. Allerdings muss ich ihr zustimmen, dass es eine gute Chance ist, die Schüler und ihre Hintergründe besser kennenzulernen. Und allein als ich die Mutter einer Schülerin und ihren Umgang mit ihrer Tochter gesehen habe, fiel es mir leichter zu verstehen, warum diese Schülerin so laut ist und nach Aufmerksamkeit ringt. Aber erneut, ich möchte wissen, wie es ist in einer anderen Familie zu leben. Dabei ist mir bewusst, dass ich wahrscheinlich sehr viele Freiheiten aufgeben muss. Hier kann ich ausgehen, wann und wie lange ich möchte, Freunde dürfen zu Besuch kommen und auch übernachten (Solang es das gleiche Geschlecht ist) und man ist so gut wie nie allein unterwegs und somit sehr sicher. Auch fühlen andere sich teilweise in ihrer Wohnsituation einsam und das kann ich von dem Wohnheim nicht behaupten. Was die Selbstständigkeit angeht, bin ich zwiegespalten. Einerseits müssen wir viel Verantwortung für die Schüler übernehmen, Tests und Klassenarbeiten erstellen und Noten geben, andererseits haben wir hier echt Service, da jeden Abend für uns gekocht wird und wir unsere Wäsche zum waschen abgeben können. Was wir alleine machen müssen ist unser Zimmer zu putzen, aber das ist auch vollkommen verständlich.

In meinem CMT Vertrag steht, dass wir hier nicht sind, um uns selbst besser kennenzulernen und daraufhin habe ich innerlich sofort protestiert, denn herauszufinden wer ich bin und was ich will ist eine der Hauptmotivationen meines FSJs. Eine andere Motivation ist es jedoch seine Grenzen kennenzulernen und sich neunen Herausforderungen zu stellen. Allerdings muss auch jeder selbst wissen, wo seine Grenze erreicht ist. Natürlich kann man sich an alles gewöhnen, aber auf der anderen Seite bin ich hier, um mir meinen Traum zu verwirklichen. Das hier soll mein Jahr werden, an das ich mich immer wieder gerne zurückerinnere. Und ich möchte auch ausprobieren können, was ich später arbeiten möchte und mich nicht darin bestätigen lassen, was ich nicht möchte. Hier ist mein Ziel, zu lernen, was ich möchte und es auch zu kommunizieren. Man sollte Probleme ansprechen, bevor sie größer werden und ich denke manchmal ist es in Ordnung, zuerst an sich zu denken und das zu tun, was einem selbst gut tut. Damit meine ich nicht, dass man Gefühle verletzen soll oder einem alles andere egal sein soll, aber ich denke, dass es in nachvollziehbar ist, dass man Berufswünsche entdecken und sich über seine Zukunft klar werden möchte. Ich denke dieses FSJ wird mir helfen, in meinem späterem Leben Probleme und Konflikte zu lösen. Ein eheer kleinerer, dennoch nicht unwichtiger Punkt ist, dass wir hier auch nicht das typische Essen essen, sondern eher amerikanisches oder auch europäisches Essen. Das Essen ist lecker und gut, aber eben auch nicht ecuadorianisch.

First step to live life your own way…make yourself.

Aber nichts ist unveränderbar und Probleme und Schwierigkeiten können einen auch weiterbringen und man kann daran wachsen.

Ama la vida!

Mein erster Schultag/ Meine erste Schulwoche

Der Ernst des Lebens begann am 5.09.2016. Wobei, streng genommen begann er auch schon bei meiner Einschulung vor 12 Jahren in die Grundschule, an meinem erstem Tag an der weiterführenden Schule und auf der Abiturfeier wurde erneut betont, dass jetzt erst das richtige, ernste Leben beginnt. Hier im Projekt wurde uns auch nochmal gesagt, dass wir wahrscheinlich nie mehr in unserem Leben so hart arbeiten werden wie hier. Eine ehemalige Freiwillige sagte aber, dass ein zwölf Stunden Tag zwar hart, aber zu meistern wäre. Ich zumindest bin nach der ersten Woche ziemlich erschöpft.

Am erstem Tag haben wir uns alle in der Mensa getroffen und der Rede des Schulleiters gelauscht. Die Klassenlehrer und wir wurden vorgestellt und anschließend machten wir uns auf die Suche nach den Klassenräumen der Klassen, die wir unterrichten würden. In meinem Fall sind es die Klassen sechs, sieben und neun, welche mich als Englischlehrerin haben werden. Eine große Herausforderung, da mein Spanisch noch nicht so gut ist, um Sachen mit umfangreichem Vokabular zu erklären, geschweige denn vernünftig zu kommunizieren, warum mich Schreien, Herumgerenne und Schlagen im Unterricht nervt. Zudem sagen die Kinder, dass sie sich nur spielerisch hauen. Am erstem Tag waren noch nicht alle Schüler da, also unterrichteten Julia (Eine meiner Mitbewohnerinen) und ich zusammen.Mittlerweile haben wir jeweils unsere eigenen Klassen mit jeweils ca. 25 Schülern. Eine entspannte Lernatmosphäre zu schaffen war und ist besonders in der neunten Klasse nicht einfach. Es gibt viele Lacher, wenn ich manche Fragen nicht verstehe, wobei die Schüler nach meinem Empfinden auch sehr Nuscheln und leise sprechen. Das ist aber eine Sache, die mir generell an den Ecuadorianern, welche ich bis jetzt kenne, aufgefallen ist. Sie sprechen sehr leise.

Ich fing an mit den Basics wie „My name is…“ „What is your name?“, was auch ganz gut funktionierte. Als ich jedoch mit den Tieren anfing, gab es erneut einige Lacher. Conejo bedeutet nämlich nicht nur Kaninchen, sondern auch Vagina, zumindest erklärte eine Studentin der spanischen Literatur mir das.

Auch ist es wichtig, dass man flexibel ist. Wenn die Kinder zu unruhig für Gruppenarbeit sind, dann muss man für den Tag etwas anderes mit den Kindern machen.20160909_094200.jpg

Am Donnerstag und Freitag sind wir durch die Klassen gegangen und Carmita (-ta oder -dito wird oft an Namen gehängt, um sie süßer klingen zu lassen) hat uns gezeigt, wie man die AUfmerksamkeit der Kinder auf sich lenkt. Bei den Kleinen geht dies gut mit Musik. Ein Lied was sie oft singt ist:

Buenos días amiguitos ¿cómo están?
Muy bien…
Es este un saludo de amistad

¡Que bien¡…
Haremos lo posible por hacernos más amigos
Buenos días amiguitos ¿cómo están?
Muy bien…

Oder aber auch:

La lechuza (Eule), la lechuza, hace shhh, hace shhh.
Todos calladitos, como la lechuza, hacen shhh, hacen shhh.
La lechuza, la lechuza, hace shhh, hace shhh.
Todos calladitos, como la lechuza, hacen shhh, hacen shh …

Bei meiner neunten Klasse habe ich aber festgestellt, dass es hilft, wenn ich gar nicht erst anfange zu diskutieren, sondern die Schüler direkt mit Fragen löchere. Einmal hatte ich die Aufgabe für sie, ein Lied zu hören und die Tiere zu malen, die darin vorkamen, aber dies hat nicht gut funktioniert.

Mittags fahre ich rüber zum anderem Center und habe dort die Fächer Kunst, wo ich einem Lehrer helfe und Programa de Chicas, was ich alleine leite und welches Waschzeit, Basteln und Computer für die Mädchen bedeutet, sowie eine gemischte Gruppe, mit denen ich in die Bibbliothek gehe. Hier ist auffällig, dass der Umgang mit den Jungs deutlich schwieriger ist, da sie lauter sind und schlechter hören. Ich war zusammen mit Ariana in der Bibliothek, jede mit ihrer Gruppe und unsere Jungs sind auf die Bücherregale geklettert, haben Bücher rumgeschmissen. Wir haben versucht sie alle an einen Tisch zu setzen, aber sie haben nur gegrinst und weiter gemacht.

Hat jemand einen Tipp, wie man von diesen Jungs Respekt bekommen kann?

Auch ist auffällig, dass die Kinder total computersüchtig sind. Sobald sie in ihrer Computerstunde davor sitzen, kriegt man sie nicht mehr davon weg und auch wenn gerade anderer Unterricht dran ist, renne sie dauernd dahin und schalten die Computer an. Wir haben sie dann ausgestöpselt.

Mit meinen Mädels (4.Klasse) mache ich momentan Perlenarmbänder, welche sie dann um die Weihnachtszeit verkaufen sollen. Alle Sachen, die im Programa de Chicas hergestellt werden, sind dafür gedacht, später von den Kindern verkauft zu werden. Allerdings gibt es dazu jetzt einen Laden, sodass die Kinder nicht mehr wie früher auf der Straße verkaufen müssen. Als dann Baños (Badezimmer) auf dem Programm stand, habe ich vor den Waschräumen auf die Mädchen gewartet. Eine offensichtlich sehr angetrunkene Frau ging hinein. Wenig später ging ich auch herein, um den Kindern Bescheid zu sagen, dass ihre Waschzeit bald vorbei ist. Hier fand ich eins der Mädchen völlig aufgelöst vor. ICh fragte sie, was passiert sei, doch sie schluchzte nur weiter und wir verließen erst einmal das Badezimmer. In der Bibliothek sagte sie mir dann, dass ihre Mama (die betrunkene Frau) sie geschlagen hätte. Ich fragte, ob sie mit der Direktorin sprechen wollte, weil ich nicht genau wusste, was ich tun sollte, doch sie verneinte. Ein Eispack wollte sie jedoch haben, also fragte ich im Büro nach. Die Frau wollte wissen, was passiert war, also erzählte ich es ihr. Als wir zu dem Mädchen gingen, hatte es aufgehört zu weinen und sagte, es wäre nichts passiert. Daraufhin durfte ich mir anhören, dass ich doch mal „ruhig bleiben sollte“ (tranquilo) und nicht so nen Wind machen sollte. Mich machte das innerlich ziemlich wütend.

Nun ist Wochenende und wir alle haben erst einmal auf die erste überstandene Woche angestoßen. Nun muss ich aber den Unterricht für die nächste Woche planen und unter der Woche habe ich auch nicht wirklich Freizeit. Um sieben stehen wir auf und gegen sechs, sieben Uhr abends sind wir wieder Zuhause, essen etwas und planen anschließend den Unterricht für den nächsten Tag. Die letzten Tage hatte ich jeden Tag Kopfschmerzen und leichten Schüttelfrost. Ich hoffe, dass es mit der Zeit besser wird.

Español para principantes

Momentan gibt es leider Probleme mit meinem Spanischkurs, da es schwierig ist einen Termin zu finden, an dem die Lehrerin und wir können, da wir diese Woche noch CMT Programm haben und unsere Arbeitskollegen kennenlernen. Nächste Woche geht es dann los mit dem Unterrichten. Der Direktor ist momentan noch im Urlaub, weshalb mir persönlich noch alles chaotisch erscheint, weil ich noch nicht weiß, in welchen Räumen ich unterrichte und woran ich meine Schüler erkenne, wenn ich sie vom Schulhof abhole. Aber das wird sich vielleicht noch im Laufe der Woche zeigen und spätestens nächste Woche werde ich es wissen.

Deshalb versuche ich jetzt aber selbst meine Spanischkenntnisse aufzufrischen und für die, welche ebenfalls Spanisch lernen wollen, fange ich hier langsam an, denn zusammen lernen macht mehr Spaß!

¡Vámanos!

Das Allerwichtigste (La cosa más importante):

Guten Tag! – Buenos dias.

Hallo!- Hola!

Wie geht´s?- ¿Qué tal? (Achtung, uns wurde gesagt, dass wir Europäer wohl gerne ausführlich auf diese Frage antworten. Erwartet wird aber nur ein „Gut, danke“)

Danke, gut. – Bien, gracias.

Ich heiße- Me llamo. (ll wird wie j ausgesprochen)

Auf wiedersehen- Adiós

Morgen-mañana

Nachmittag-tarde

Abend-tarde

Nacht-noche

morgen-mañana

heute-hoy

gestern-ayer

Sprechen Sie Deutsch/ Englisch- ¿Habla usted alemán/ inglés? (Usted ist immer höfflich, bei Personen über 60 ist es üblich diese Form zu verwenden)

Wie bitte?- ¿Cómo?

Ich kann Sie nicht verstehen-No le entiendo.

Wiederholen Sie bitte- Por favor, repítalo.

Ich spreche leider kein Spanisch- Lo siento no hablo español.

Entschuldigen Sie bitte,…-Disculpe,…

Ich hätte gern…-Querría…

Haben Sie…?- ¿Tiene…?

Danke- Gracias.

Keine Ursache- De nada.

Bitte sehr!- Aqui tiene.

Was/Wer/Welcher- qué/ quién/cuál

Wo/ wohin-dónde/adónde

Wie/Wie viel/wann-cómo/cuánto/cuándo

Wie lange-cuánto tiempo

Warum?- ¿Por qué? (Es gibt noch porque, das heißt „weil“

Wann ist das Museum/die Kirche/die Ausstellung geöffnet?-¿Cuándo está abierto el museo/ abierta la ingelsia/ la exposición?

geschlossen-cerrado

Wo ist die Toilette?- Por favor, ¿dónde está el baño?

Haben Sie noch ein Zimmer frei?-¿Teine una habitación libre?

Lassen Sie mich in Ruhe!- Déjeme en paz!

Verpiss dich-Píese! (Wird in Kolumbien genutzt, aber bitte nur verwenden, wenn es wirklich nötig ist!)

Ich habe mich verlaufen-Me he perdido.

Wie komme ich zum Bahnhof? – Por favor ¿para ir al la estación?

Hilfe!- socorro

Bitte helfen Sie mir! -Por favor, ayúdeme!

Ich rufe gleich die Polizei-Voy a lammar a la policia!

An dieser Stelle ein wenig Grammatik:

Wir wenden uns dem Futuro Próximo zu:

Verwendung: Im gesprochenem Spanisch anstelle des Futuro simple.

Bildung: Wir konjugieren das Verb ir im Presente und verwenden das eigentliche Verb im Infinitiv.

Yo                                   voy

Tú                                   vas                      hablar  (sprechen)

El/Ella/Usted               va            a          aprender (lernen)

Nosotros/ Nosotras   vamos                 vivir (leben)

Vosotros/ Vosotras     vais

Ellos/Ellas/Ustedes    van

 

Ich werde hier immer wieder neue Sachen hinzufügen. Bis bald.

 

 

 

Mindo – Nebelwald

Letztes Wochenende habe ich meinen ersten Ausflug unternommen. Zusammen mit drei weiteren Mädchen von ICJA und eine Mitbewohnerin von zwei der Mädchen, sowie einem amerikanischen Jungen, den diese kennengelernt hat, trafen wir uns in Ofelia, einer Busstation direkt in der Nähe. Ich war erst etwas nevös, weil ich die Reisebusse nicht direkt fand. Als ich auf die anderen traf und wir die Tickets kauften, war ich sehr überrascht, wie günstig diese sind. Man zahlt $ 3,10 für eine zweistündige Fahrt runter in den Nebelwald, der mit 1.250 Metern deutlich tiefer gelegen ist als Quito mit einer Höhenlage von 2.800 Meter. Da unter einer Höhe von 1600 Metern die Mückengefahr größer ist, haben wir uns mit OFF eingesprüht, einem sehr wirksamen Mückenspray.

Die Hinfahrt kam mir erheblich schneller vor, was vielleicht daran liegen mag, dass ich total fasziniert von der Landschaft war. Dies war Ecuador so, wie ich mir es vorgestellt hab. Als wir aus dem Bus ausstiegen redete ein Mann in sehr schnellem Spanisch auf ihn ein und ich musste mich sehr anstrengen, um ihn zu vertehen, war aber sehr froh, als es mir gelang. Er leitete ein Reisebüro und wollte uns verschiedene Reisen zeigen.

Da die anderen drei jedoch die Nacht über bleiben konnten (Ich hatte am nächstem Tag ein Projekt von CMT) suchten wir jedoch zunächst ihr Hostel. Ihre Mitbewohnerin und der amerikanische Junge hatten einen Bus eher genommen und waren schon dabei, Mindo zu erkunden. Sie würden jedoch später mit mir zurückfahren, wodurch ich mich etwas sicherer fühlte, denn nachts möchte ich in keine fremden Stadt allein unterwegs sein.

Das Zimmer stellte sich als super gemütlich raus. (Fall jemand also ein gutes Hostel sucht, der Name war casa de ceccilia) Es gab ein Ehebett und ein Einzelbett, ein Badezimmer, sowie eine Terasse mit Hängematte. Nicht zu vergessen der wunderschöne Ausblick. Außerdem kann man seine Wertsachen an der Rezeption abgeben. Nach eiigem Überlegen entschlossen wir uns dazu canoying, auch bekannt unter Zip-lining zu machen. Wir suchten nach dem günstigstem Angebot und fanden den Bruder des LEiters, der uns die Tour für §15 pro Person anbot. Auf der Ladefläche eines Trucks wurden wir dann zum Startpunkt gebracht. Dort bekamen wir die nötige Ausrüstung und es war sogar möglich die Kamera mitzunehmen. Erst später stellte sich raus, dass es die Möglichkeit gibt, auf dem Kopf zu fahren und die Kamera dabei sehr hinderlich ist, bzw die Gefahr besteht sie zu verlieren. Eine der anderen Freiwilligen hat meine Kamera dann für die Zeit an sich genommen. Die Aussicht war super und es war ein tolles Gefühl über den Bäumen zu sein. Das Personal war sehr freundlich, wenn auch etwas flirtig. Wenige von ihnen schienen allerdings von der Touristengruppe genervt zu sein. Die anderen Freiwilligen haben noch einige Fotos, deshalb werd ich erst einmal eine Auswahl meiner Bilder hochladen. Videos sind bei meiner WordPress Variante leider nicht möglich.

Im Anschluss an das Erlebnis aßen wir noch ein Stück Kuchen in einem kleinen Café. Es war sehr gemütlich und man hatte erneut einen super Blick, doch die Besitzerin war ziemlich unfreundlich zu uns. Dann war es für mich auch schon wieder Zeit zu gehen und ich traf die anderen an der Bushaltestelle und fuhr mit ihnen zurück. Im Bus schlief ich leider mit der Tasche zwischen meinen Füßen ein und als ich aufwachte, war sie weg. Ich bekam einen leichten Panikanfall und schaute mich überall um. Ana hatte jedoch selbst geschlafen und nichts mitbekommen und Tom hatte aus dem Fenster geschaut. Als wir uns aber umschauten, entdeckte ich meine Tasche in den Händen des Mannes hinter mir, der fleißig darin herumwühlte. Als er bemerkte, dass ich ihn ertappt hatte, gab er mir die Tasche zurück. Bis jetzt ist mir nichts aufgafallen, was fehlt, aber meine KAmera war zum Glück gut verstaut und mein Geld hatte ich in meiner Bauchtasche.

Von der Bushaltestelle nahmen wir uns zusammen ein Taxi, auch wenn es zu Fuß nicht weit war, denn jeder musste zu einer anderen Stelle. WIr standen jedoch lange im Stau, da an diesem Tag ein Fußballspiel stattgefunden hatte und die Straße voll war mit Polizisten, Fans und Autos. Fußballspiele werden hier von den Fans sehr Ernst genommen und es kann auch mal zu Prügeleien und durch die Luft fliegenden Flaschen kommen.

Ich werde definitiv noch einmal nach Mindo fahren, da es dort unheimlich schön ist.

Liebe Grüße, eure Isa

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